2009.06.25 Neuss : Kanuten wollen bei EM im eigenen Land abräumen

Das Aufgebot der deutschen Kanuten will bei der EM in Brandenburg nahtlos an zurückliegende Erfolge anknüpfen. Als Ziel gab Cheftrainer Reiner Kießler vier Goldmedaillen aus.

kls
Die deutschen Kanuten wollen bei EM siegen

Die verjüngte deutsche Kanu-Flotte will bei der EM in Brandenburg nahtlos an die Erfolge aus den Glanzzeiten mit Birgit Fischer und Andreas Dittmer anknüpfen. Cheftrainer Reiner Kießler gibt als Ziel für die 12 olympischen Bootsklassen "vier Goldmedaillen" aus, in insgesamt 27 Disziplinen sollen es freilich noch ein paar mehr werden.

"Unseren Rekord von 10 Titeln aus dem Jahr 2005 werden wir aber nicht knacken können, wir befinden uns schließlich im Umbruch", sagte Sportdirektor Jens Kahl. Vor allem bei den Canadiern gab es einen Generationswechsel, die Olympiasieger Andreas Dittmer und Christian Gille haben ihre Laufbahn beendet.

Die junge Garde steht aber bereit, der 21-jährige Sebastian Brendel beispielsweise gilt schon jetzt als Nachfolger des dreimaligen Olympiasiegers Dittmer. "Wir Jungen sind da und jetzt an der Reihe. Ich will hier zwei Medaillen und eine davon vergolden", sagt Brendel selbstbewusst.

Katrin Wagner-Augustin führt das Team an

Das 32-köpfige Team des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) wird von der viermaligen Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin angeführt, die in vier Kategorien an den Start geht. Immerhin acht weitere Olympiasieger der Sommerspiele von 2004 und 2008 stehen noch im Aufgebot. Bei der EM 2008 in Mailand gab es übrigens nur zwei Titel und sieben weitere Medaillen.

Kurzfristig schaffte es auch Athen-Olympiasieger Tim Wieskötter, ein Europameister des Vorjahres, in die Mannschaft. Er hatte wegen einer Viruserkrankung die Qualifikationsrennen verpasst. Die Trainer machten eine Ausnahme, sodass er nun mit seinem langjährigen Partner Ronald Rauhe im 200-m-Sprint wieder in einem Boot sitzen darf.

Auch der elfmalige Weltmeister Rauhe ergatterte nur dank eines Stechens im Trainingscamp Kienbaum mit dem 500-m-Einerkajak einen Startplatz auf einer olympischen Strecke. Er besiegte den eigentlich qualifizierten und freiwillig angetretenen 1000-m-Spezialisten Max Hoff. Im Zweierkajak nehmen nun die Youngster Marcus Groß/Hendrik Bertz den Stammplatz von Rauhe/Wieskötter ein.

In der Kanusport-Hochburg Brandenburg paddeln bis Sonntag Athleten aus 35 Nationen. Für die deutschen Asse geht es dabei unter anderem um die Startplätze bei der WM Mitte August in Kanada. Auch eine EM-Premiere mit den Staffeln in den Einzelbooten über 200 Meter steht auf dem Programm.