2009.06.27 Neuss : Cortese in Assen gestürzt, Rossi holt 100. Sieg

Sandro Cortese ist beim GP der Niederlande in der 125er-Klasse nach Start von der Pole Position in Runde fünf gestürzt. Valentino Rossi feierte in der MotoGP seinen 100. WM-Sieg.

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Gestürzt: Sandro Cortese

Pole Position, Sturz und null Punkte: Sandro Corteses Traum vom ersten Sieg in der Motorrad-WM ist am Samstag bereits nach fünf Runden geplatzt. Beim Grand Prix der Niederlande in Assen verspielte der Derbi-Pilot aus Berkheim die größte Chance seiner Karriere und schied nach einem Sturz beim 125er-Rennen aus. Cortese war in der Kathedrale des Motorsports in letzter Sekunde erstmals auf den ersten Startplatz gefahren.

Motorrad-Idol Valentino Rossi schrieb in der MotoGP Geschichte. Der achtmalige Weltmeister aus Italien gab seinen Widersachern Lorge Lorenzo (Spanien/beide Yamaha) und Casey Stoner (Australien/Ducati) das Nachsehen und knackte als zweiter Fahrer nach Giacomo Agostini die 100-Siege-Marke. "Ich bin so glücklich. Ich danke meinem Vater, der mich auf ein Minibike gesetzt hat, als ich drei war", sagte "The Doctor".

Rossi jagt Agostini-Rekord

Rossi feierte 74 Siege in der MotoGP, 14 in der Viertelliterklasse und 12 bei den 125ern. Zum Rekord seines Landsmannes Agostini ist es aber noch ein weiter Weg: Agostini stand 122-mal ganz oben auf dem Podium und sammelte 15 WM-Titel. Allerdings trat er teilweise in mehreren Klassen an einem Tag an.

Für Cortese gab es nichts zu feiern. "Das ist schon extrem ärgerlich. Ich war schnell und hätte locker unter die Top 6 fahren können. Ich weiß momentan gar nicht, was dort passiert ist", sagte er und schüttelte immer wieder den Kopf. Nach seinem Sturz, bei dem er einen spektakulären Salto hinlegte, hatte der Italo-Schwabe sich entsetzt vor den Helm geschlagen.

"Zum Glück sehen Stürze oft schlimmer aus als sie sind. Ich bin ganz schön geflogen. Aber passiert ist mir nichts", sagte der 19-Jährige kurz nach dem Rennen erleichtert. In dieser Kurve fährt man mit Vollgas. Irgendwie war plötzlich das Vorderrad weg." Stefan Bradl (Zahling/Aprilia) und der deutsche Shootingstar Jonas Folger (Schwindegg) sorgten mit den Plätzen sechs bzw. sieben dennoch für ein gutes Gesamtergebnis. Wildcardfahrer Marvin Fritz (Neckarzimmern/Honda) sammelte als 14. zwei WM-Punkte.

Cortese hatte bereits beim Start Lehrgeld gezahlt. In der ersten Runde verlor er sieben Plätze, fing sich dann aber und kam immer besser zurecht, ehe er schmerzhaft auf einer Wiese landete. "Es tut mir wirklich leid für ihn. Er hat gezeigt, dass wir auch ganz vorne dabei sein können", sagte Bradl: "Das ist ganz schön bitter."

Bradl: "Zu weit weg von der Weltspitze"

Mit dem sechsten Platz war Bradl zufrieden, nicht aber mit seiner Maschine. "Das Ergebnis ist völlig okay. Ich habe gemerkt, dass ich die vordere Gruppe nicht halten kann", berichtete er: "Wir sind aber zu weit weg von der Weltspitze. Das muss sich ändern." Es siegte der Spanier Sergio Gadea, in der Gesamtwertung führt weiter dessen Landsmann Julian Simon (beide Aprilia) mit 100 Punkten. Der beste Deutsche ist Folger als Siebter mit 54 Punkten.

Der 15-Jährige rollte das Feld nach einem enttäuschenden Freitag von Platz 18 aus auf: "Super. Am Sachsenring aber will ich aufs Podium." Das Heimspiel für die deutschen Fahrer folgt in drei Wochen.

Hiroshi Aoyama gewann das Rennen der 250er-Klasse. Der japanische Honda-Pilot übernahm mit 121 Punkten die Führung in der WM-Wertung vom Spanier Alvaro Bautista (Aprilia/108).