2009.07.06 Neuss : DOSB und BA mit Initiative gegen Arbeitslosigkeit

Der DOSB und die Bundesagentur für Arbeit kämpfen mit einer gemeinsamen Initiative gegen die Langzeitarbeitslosigkeit und für eine stärkere Integration der Arbeitssuchenden.

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DOSB-Präsident Thomas Bach

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) wollen mit einer gemeinsamen Initiative die Langzeitarbeitslosigkeit bekämpfen sowie für eine stärkere Integration der Arbeitssuchenden in die Gesellschaft sorgen. Zu diesem Zweck unterzeichneten beide Organisationen im Beisein von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) am Montag in Frankfurt/Main eine Kooperationsvereinbarung.

"Die Wahrnehmung unserer gesellschaftlicher Aufgaben und die Integration genießt bei uns höchste Priorität. Die Mitgliedschaft im Sportverein ist für viele Langzeitarbeitslose oft das letzte Bindeglied zur Gesellschaft", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach: "Wir wollen unseren Beitrag zum Zusammenhalt dieser Gesellschaft leisten."

Konkret wollen der Sport und die Vereine selbst Arbeitsplätze schaffen, Jobs vermitteln sowie den Arbeitslosen die Möglichkeit zum Ausüben von Sportarten geben. Diese Form der Kooperation wird auf lokaler Ebene bereits in einer großen Zahl praktiziert und soll nun intensiviert werden. "Die Partnerschaft hat sich aus bestehenden Projekten entwickelt. Wir wollen die Vereine ermutigen, sich zu betätigen", sagte Bach.

"Sport kann Arbeitslose aus Isolation führen"

Derzeit sind in Deutschland 780.000 Menschen registriert, die über ein Jahr ohne Job sind und somit als Langzeitarbeitslose gelten. "Die BA braucht gute Partner, um dieses Problem zu lösen. Diese Menschen isolieren sich und werden einsam. Der Sport kann sie aus dieser Isolation herausführen", meinte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt.

Minister Scholz zeigte sich zuversichtlich und geht davon aus, dass die Kooperation zwischen DOSB und BA Früchte tragen wird. "Der Sport ist ein besonderer Partner, um hier voranzukommen", sagte Scholz: "Wir kooperieren schließlich mit einer der mächtigsten Organisationen Deutschlands."

Allerdings erhofft sich der DOSB auf einer anderen Ebene auch ein Entgegenkommen der Bundesregierung. Bach plädierte dafür, die Vereinsbeiträge von Hartz-IV-Empfängern staatlich zu subventionieren: "Wir müssen die Mitgliedsbeiträge für Hartz-IV-Empfänger erschwinglich halten. Gerade Vereine in sozialen Brennpunkten haben derzeit schwer zu leiden."