2009.07.10 Neuss : Vettel weist Button in die Schranken

Sebastian Vettel hat sich im freien Training auf dem Nürburgring als Zweiter vor WM-Spitzenreiter Jenson Button platziert. Schnellster Pilot war Weltmeister Lewis Hamilton.

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Sebastian Vettel im RedBull

Im Duell zwischen Sebastian Vettel und Jenson Button auf dem Nürburgring steht es 1:0 für den Deutschen. Gerade einmal ein Wimpernschlag von 38 Tausendstelsekunden lag im freien Training zum Großen Preis von Deutschland (Sonntag, 14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) zwischen Vettel im Red Bull und Button im Brawn-Mercedes. Schneller als die beiden dominierenden Fahrer der WM-Saison 2009 war am Freitag nur Weltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes.

Vettel knüpfte nahtlos an seine Gala-Vorstellung von Silverstone an und fuhr Spitzenzeiten. "Ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt. Das ist das Wichtigste. Es scheint aber ein bisschen enger zu sein als in Silverstone, wo vielleicht bei Brawn nicht alles gepasst hat, aber bei uns alles perfekt war", sagte Vettel. In der Tat war Button wieder näher dran als in Silverstone, wo er beim Sieg von Vettel lediglich Sechster geworden war. In der WM-Wertung beträgt sein Vorsprung auf den Deutschen 25 Punkte (64: 39).

"Schumi" lobt Vettel

Dafür hat Vettel den vielleicht prominentesten Fan in der Formel 1. Rekordweltmeister Michael Schumacher lobte in einem RTL-Interview "diese Jugendlichkeit, diese Unbeschwertheit" des 22-jährigen Heppenheimers: "Da macht es immer wieder Spaß, ihm die Daumen zu drücken." Ein möglicher WM-Titel ist für Schumacher keine Frage von Vettels Fähigkeiten, sondern hängt nur noch vom richtigen Auto ab: "Bis jetzt hat er da einen guten Riecher gehabt. Er sitzt im Moment im absolut richtigen Auto und macht einen hervorragenden Job."

Ein zufriedenes Gesicht machte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach Hamiltons Bestzeit. "Das sah deutlich besser aus als gedacht - und wir sind sicher keine Show-Zeiten gefahren", sagte Haug, der froh war, dass einige Änderungen am Auto funktionierten. Das weckte bei Haug Hoffnungen darauf, dass die Stuttgarter vielleicht "wider Erwarten ganz ordentlich dabei sein" können.

Gefreut hat sich auch Adrian Sutil aus Gräfelfing, der im Force-India-Mercedes als Sechster zweitbester der fünf deutschen Fahrer war. "Wir haben uns gegenüber den letzten Wochenenden deutlich gesteigert", sagte Sutil.

Heidfeld auf elf, Rosberg 13.

BMW-Sauber-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) landete auf Platz 11 und rätselte, warum er sich am Nachmittag nicht steigern konnte. Mit Position 13 musste sich Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Toyota begnügen, der auf die erste Podiumsplatzierung des Saison hofft. Timo Glock (Wersau), der über Probleme mit der Balance und der Abstimmung klagte, war im Toyota als 15. das deutsche Schlusslicht.

Abseits der Strecke bleibt der schwelende Streit zwischen dem Automobil-Weltverband FIA und der Teamvereinigung FOTA um das künftige Formel-1-Reglement das beherrschende Thema. Dabei hielt sich die FOTA offenbar bewusst mit Reaktionen auf jüngste Veröffentlichungen der FIA zurück. Die Option einer eigenen Serie halten sich die Teams weiterhin offen.

Allerdings gibt es seit Freitag in dem früheren Rallye-Weltmeister Ari Vatanen aus Finnland den ersten offiziellen Kandidaten für die Nachfolge des umstrittenen FIA-Präsidenten Max Mosley. "Viele Mitgliedsverbände der FIA sind auf mich zugekommen und haben mich darum gebeten, deshalb werde ich im Oktober kandidieren", sagte der 57-jährige Vatanen, der 1981 die WM und darüber hinaus unter anderem viermal die Rallye Dakar gewonnen hatte: "Ich denke, es ist Zeit für einen Wandel.