2009.07.11 Neuss : Finals im Dutzend für deutsche Ruderer

Beim Ruder-Weltcup in Luzern haben zwölf deutsche Boote das Finale erreicht. Damit können wir zufrieden sein. Wir liegen im Soll", sagte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

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Zwölf deutsche Botte in den Luzern-Finals

Die deutsche Ruder-Flotte hat sich beim Weltcup-Finale in Luzern eine gute Ausgangsposition für die Endläufe erarbeitet. Zwölf Boote des Deutschen Ruderverbandes (DRV) zogen in die Finals der 14 olympischen Klassen am Sonntag ein. "Damit können wir zufrieden sein. Wir liegen im Soll", sagte DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

Die deutschen Ruderer warten seit 2006 auf einen Sieg auf dem traditionsreichen Rotsee. "Wir haben aber einige Bootsklassen, die ganz vorne mitfahren können", meinte Buschbacher. So will der Deutschland-Achter nach seinem starken Auftritt beim Vorlaufsieg am Freitag im Endlauf Olympiasieger und Weltmeister Kanada das Leben schwer machen.

Für die größte Überraschung aus deutscher Sicht sorgte in den Halbfinals Mathias Rocher im Einer. Der Magdeburger löste bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaften in Posen (22. bis 30. August) mit Platz drei sein Finalticket. Der U23-Weltmeister im Doppelvierer ließ dabei sogar den Olympia-Sechsten Lassi Karonen (Schweden) hinter sich.

"Das ist ein tolles Gefühl. Ich habe alles auf eine Karte gesetzt", erklärte Rocher nach seinem starken Auftritt. Er musste nur Weltmeister Mahe Drysdale (Neuseeland) und dem Olympia-Zweiten Ondrej Synek (Tschechien) den Vortritt lassen. "Im Finale will ich so weit wie möglich vorne landen und die Großen ärgern", sagte die Nachwuchshoffnung selbstbewusst.

Buschbacher lobte Rocher für seine "super Leistung" und freute sich über eine neue Alternative für den Einer mit Blick auf die WM in sechs Wochen. Die endgültige Nominierung muss bis zum 9. August durch den DRV erfolgen. Cheftrainer Buschbacher kündigte aber eine Entscheidung in den meisten Bootsklassen "ein paar Tage nach Luzern" an.

"Wir haben eine gute Position als Mannschaft. Aber in einigen Klassen gibt es auch noch Nachholbedarf", sagte Buschbacher. Nach dem Debakel in Peking ohne DRV-Goldmedaille will die deutsche Flotte bei der WM angreifen. Die Chancen stehen ganz gut, da im Jahr nach den Olympischen Spielen die Konkurrenz traditionsgemäß nicht ganz so stark ist und einige Top-Ruderer aus anderen Nationen eine Pause einlegen.