2009.07.11 Neuss : Vettel startet gemeinsam mit Button aus Reihe zwei

Sebastian Vettel hat das direkte Duell gegen seinen Konkurrenten Jenson Button knapp verloren. Der Red-Bull-Pilot geht von Startplatz vier in sein Heimrennen auf dem Nürburgring.

hsc
Sichert sich die Pole: Mark Webber

Nur Startplatz vier, die Winzigkeit von sieben Tausendstelsekunden langsamer als Titelrivale Jenson Button im Brawn-Mercedes und der eigene Teamkollege auf der Pole Position: Das Qualifying auf dem Nürburgring war ein Dämpfer für Sebastian Vettel. "Ich bin nicht ganz zufrieden, es war heute eine Lotterie", sagte der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim nach dem Startplatz-Roulette im leichten Eifelregen.

"Platz vier wird Sebastian wurmen. Gerade in der Heimat wäre er sicher gerne ganz vorne gewesen, aber bei diesen Umständen kann so etwas passieren", sagte Rekordweltmeister Michael Schumacher, der die Qualifikation am Ferrari-Kommandostand verfolgt hatte.

Vettel wollte die schwierigen und mehrfach wechselnden Witterungsverhältnisse aber nicht als Ausrede gelten lassen. "Meine letzte Runde war nicht die allerschönste. Deswegen bin ich auch nicht ganz vorne", sagte der 22-Jährige, der beim Start auch den Rückspiegel im Auge haben muss. Direkt hinter ihm stehen nämlich die McLaren-Mercedes von Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen, die beim Start dank ihres Kers-Systems 82 Extra-PS zur Verfügung haben. "Das ist für uns ein Schritt in die richtige Richtung", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Adrian Sutil sichert sich Startplatz sieben

Wie der Australier Mark Webber, der im zweiten Red Bull vor Brawn-Pilot Rubens Barrichello erstmals in seiner Karriere auf die Pole Position fuhr und am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) seinen ersten Sieg holen will, war auch Adrian Sutil restlos zufrieden. Der Force-India-Pilot aus Gräfelfing knackte erstmals in seiner Karriere die Top 10 und geht von Rang sieben ins Rennen. "Das ist wunderbar, daran könnte man sich gewöhnen. Besonders beim Heimspiel ist das toll", sagte Sutil, der jetzt auch die ersten Punkte der Saison holen will.

WM-Spitzenreiter Button will auf jeden Fall vor Vettel bleiben, sich damit für die Niederlage in Silverstone revanchieren und den 25-Punkte-Vorsprung (64:39) vor dem Heppenheimer wieder vergrößern. "Es war ein verrücktes Qualifying", sagte der Brite, der mit ähnlichen Wetterverhältnissen im Rennen rechnet. "Zwölf Grad im Juli - das ist ja schlimmer als in England", sagte der Brite: "Man braucht bei diesen Verhältnissen auch etwas Glück und muss schauen, was die anderen machen."

Vettels Teamchef Christian Horner war unterdessen nicht ganz so unzufrieden wie Vettel selbst. "Sebastian hatte etwas mehr Sprit an Bord als Mark. Es war eine Super-Runde", sagte Horner, dessen Team nach dem Qualifying zu 10.000 Euro Strafe verdonnert wurde, weil es Vettel in der Boxengasse in einer gefährlichen Situation losfahren ließ.

Glock nach Abzug auf dem letzten Startplatz

Dagegen müssen die drei übrigen Deutschen auf jeden Fall auf Regen hoffen, um noch nach vorne in die Reichweite der Punkteränge zu kommen. Für den Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW-Sauber kam im zweiten Teil der Qualifikation mit Rang elf ebenso das vorzeitige Aus wie für Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota auf Rang 15. Toyota-Pilot Timo Glock aus Wersau scheiterte bereits im ersten Durchgang und landete nur auf den 19. und vorletzten Platz. Da störten ihn weitere drei Startplätze Abzug wegen einer Behinderung von Fernando Alonso auch nicht mehr. Möglicherweise startet er jetzt sogar aus der Boxengasse.

"Das Timing hat nicht gepasst", sagte Heidfeld, der in der entscheidenden Phase nicht mit den richtigen Reifen unterwegs war: "Ich habe die Entscheidung dem Team überlassen und hätte jetzt nichts gegen ein Regenrennen."

Auch Rosbergs Team hatte nicht das richtige Händchen. "Es war chaotisch", sagte der 24-Jährige. Glock stand derweil vor einem Rätsel. "Seit Monaco läuft es überhaupt nicht mehr bei mir. Ich bin sehr enttäuscht. Ich weiß nicht, woran es liegt. Es war ein Fahrfehler dabei, aber die Zeit war auch nicht gut genug", sagte er.