2009.07.14 Neuss : Weiter keine Einigung im Huntelaar-Poker

Klaas-Jan Huntelaar konnte der VfB Stuttgart auf seiner Mitgliederversammlung am Dienstag nicht präsentieren - dafür aber einen Überschuss von 1,128 Millionen Euro.

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Schwarze Zaheln für VfB-Präsident Erwin Staudt

Der Nachfolger von Mario Gomez lässt weiter auf sich warten - der VfB Stuttgart hat in der Zwischenzeit trotzdem positive Nachrichten zu vermelden: Am Dienstag konnte der Bundesligist auf seiner Mitgliederversammlung keinen Klaas-Jan Huntelaar präsentieren, dafür aber schwarze Zahlen. Obwohl das Kalenderjahr 2008 für die Schwaben sportlich eher misslang, wiesen sie zum Stichtag 31. Dezember einen Überschuss aus: 1,128 Millionen Euro betrug der Gewinn bei einem Umsatz von 98,678 Millionen Euro. Die Rekordwerte von 2007 wurden dabei klar verfehlt.

"Die große Kluft" zwischen den Geschäftsjahren 2007 und 2008 sei allein durch das sportlichen Abschneiden entstanden, erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt. Vor zwei Jahren hatten die Stuttgarter gerade die Meisterschaft gefeiert, im DFB-Pokal-Endspiel gestanden und die Champions League erreicht. Der Umsatz zum 31. Dezember 2007 betrug 132,375 Millionen Euro, der Gewinn 7,824 Millionen Euro. 2008 spielte der VfB nur im UEFA-Cup, wies trotz der "sportlichen und wirtschaftlichen Gesamtschwierigkeiten" aber seinen sechsten Gewinn in Folge aus, wie Finanzvorstand Ulrich Ruf betonte.

Profitabel arbeiten

"Wichtig ist, dass wir profitabel arbeiten", sagte Staudt am Dienstag, machte aber auch deutlich, dass der Klub unbedingt in die Champions League zurückkehren möchte. Die Qualifikationsspiele am 17./18. August sowie eine Woche später seien "deshalb für uns auch keine Spielerei". Nicht zuletzt deshalb habe der VfB auch Abstand von einer Verüpflichtung von Demba Ba von 1899 Hoffenheim genommen, deshalb sei er bereit, für einen "außergewöhnlichen Spieler auch außergewöhnliches Geld" zu bezahlen.

Im Poker um Torjäger Huntelaar, der eine Ablöse zwischen 18 und 20 Millionen Euro an Real Madrid sowie ein Jahresgehalt von um die vier Millionen Euro kosten soll, hat der VfB mittlerweile einen prominenten Fürsprecher. Der niederländische Nationaltrainer Bert van Marwijk legt dem Angreifer mit Blick auf die Weltmeisterschaft 2010 einen Wechsel nach Stuttgart nahe. Wer bei einem guten Verein spiele, der erhöhe seine WM-Chancen, betonte der Bondscoach in der Bild-Zeitung - und der VfB sei ein guter Verein.

Babbel: "Wir sind auf mehreren Schauplätzen aktiv"

Teamchef Markus Babbel äußerte sich derweil im Trainingslager des VfB im österreichischen Leogang gelassen und versicherte, dass es auch Alternativen zu Huntelaar gebe. "Wir sind mit hochkarätigen Spielern im Gespräch. Es wäre fahrlässig, sich nur auf einen zu konzentrieren", sagte Babbel. "Wir sind auf mehreren Schauplätzen aktiv", versicherte auch Staudt. Derweil sagte Huntelaars Berater Arnold Oosterveer der Stuttgarter Zeitung, dass "Klaas-Jan noch in dieser Woche eine Entscheidung treffen wird."

Sicher ist bisher nur, dass Real nicht mehr mit Huntelaar plant. Dies hat Sportdirektor Jorge Valdano dem Nationalspieler mitgeteilt. Mit dem VfB ist sich Real bereits über die Ablöse für einen Transfer des 25 Jahre alten Stürmers einig. Noch steht aber eine Einigung der Schwaben mit dem Spieler aus. Knackpunkt ist das Gehalt: Huntelaar soll bei Real drei Millionen Euro netto verdient haben. Man habe dem Spieler ein "sehr ordentliches Angebot gemacht", sagte VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Tasci will schnell verlängern

Nationalspieler Serdar Tasci hofft derweil trotz eines Angebots des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin auf einen zügigen Abschluss der Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit dem VfB. "Es gibt zwar kein Zeitlimit, aber es wäre schön für alle Seiten, wenn es schnell gehen würde", sagte der Innenverteidiger, dessen Kontrakt am 30. Juni 2010 ausläuft. Sein Berater stehe in guten Gesprächen mit Heldt.

Ein Wechsel zu Juve ist offenbar kein Thema mehr für Tasci. "So ein Verein wie Juventus klopft nicht alle Tage bei einem an. Ich habe mir das auch angehört, aber es muss alles passen", sagte er.