2009.07.17 Neuss : DFeB-Tross trotz schwachem vierten Tag gelassen

Die deutschen Fechter sind am vierten EM-Tag erstmals ohne Medaille geblieben. "Es war klar, dass auch mal wieder etwas schief gehen wird", so DFeB-Sportdirektor Kaspar gelassen.

dsch1
Sven Schmid und Co. gingen am vierten Tag leer aus

Zwar blieben die deutschen Fechter am vierten Tag der Europameisterschaften erstmals ohne Medaille, doch zum Trübsal blasen bestand trotz der Plätze fünf und sieben für die Teams der Florett-Damen und Säbel-Herren kein Anlass. "Nach den Einzeln standen wir in der Nationenwertung ganz oben. Da waren wir am oberen Limit. Es war klar, dass auch mal wieder etwas schief gehen wird", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar vom Deutschen Fechter-Bund (DFeB) gelassen.

Nach zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze in den sechs Einzelentscheidungen an den ersten drei Tagen im bulgarischen Plowdiw verpassten die beiden deutschen Teams zum Auftakt der Mannschaftsentscheidungen die anvisierten Medaillen sechs und sieben. Die Florett-Damen und Säbel-Herren scheiterten jeweils im Viertelfinale.

"Haben eine gute und junge Mannschaft"

Nicolas Limbach, Benedikt Beisheim (beide Dormagen), Björn Hübner und Johannes Klebes (beide Tauberbischofsheim) hatten 37:45 gegen Olympiasieger Frankreich verloren und kamen in den Platzierungsgefechten durch ein abschließendes 45:26 gegen Spanien nur noch zu Platz sieben. "Wir sind nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. Wir haben aber eine junge und gute Mannschaft mit Perspektive. Den Jungs fehlt noch ein wenig die Kontinuität", sagte Bundestrainer Vilmos Szabo. Der Titel ging durch ein 45:39 gegen Rumänien an Italien.

Zuvor waren Katja Wächter, Anja Schache, Carolin Golubytskyi und Maria Bartkowski ebenfalls im Viertelfinale gegen Frankreich 25: 33 unterlegen, ehe sich das Tauberbischofsheimer Quartett durch Siege gegen Rumänien und die Ukraine noch Rang fünf erkämpfte. Italien wurde nach dem 45:36-Finalsieg gegen Russland Europameister.

Somodi: "Die Mädchen waren selbst enttäuscht"

"Wir wollten eigentlich eine Medaille holen, doch es ist uns nicht gelungen, Frankreich zu schlagen. Wir werden auswerten, warum", sagte Bundestrainer Lajos Somodi: "Die Mädchen waren selbst enttäuscht, haben sich dann aber aufgerappelt und ihr unbedingter Wille war deutlich erkennbar. Wir werden jetzt konsequent die WM angehen." Bereits in vier Wochen beginnt die Vorbereitung auf die Titelkämpfe in Antalya/Türkei vom 30. September bis 8. Oktober.

Trotz der beiden Dämpfer am vierten von sechs EM-Tagen sah auch Daniel Strigel keinen Anlass zu Kritik. "Es ist ein gigantisches Ergebnis auf einem topbesetzten Turnier", sagte der ehemalige Degen-Weltklassefechter und jetzige Leiter des Olympiastützpunkts Tauberbischofsheim den Fränkischen Nachrichten (Samstagausgabe) zur Zwischenbilanz: "Letztlich hat mit dieser EM die Olympiaqualifikation für 2012 begonnen, denn schon jetzt wollen sich alle Athleten auf der Weltrangliste so positionieren, dass sie in der entscheidenden Phase die optimale Ausgangsposition haben."

Vor allem Olympiasiegerin Britta Heidemann aus Leverkusen und Sven Schmid aus Tauberbischofsheim dürften nach ihren EM-Siegen mit dem Degen weiteren Boden in der Weltrangliste gutmachen. Gleiches gilt für Katja Wächter (Tauberbischofsheim) nach Florett-Silber sowie für die Bronze-Gewinner Andre Weßels (Bonn/Florett) und Björn Hübner (Tauberbischofsheim/Säbel).