2009.07.17 Neuss : Hamburg will Schwimm-WM 2013

Am Rande der WM in Rom wird der Veranstalter der Titelkämpfe 2013 festgelegt. Der DSV schickt Hamburg ins Rennen und setzt auf ein Konzept mit Wettkämpfen in der Fußball-Arena.

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Hamburg hofft auf die Schwimm-WM 2013

Ein einmaliges Konzept mit den Wettkämpfen in der Fußball-Arena, Bundeskanzlerin Angela Merkel als Fan und weiterer Prominenz als Unterstützung: Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hat bei der Bewerbung um die Weltmeisterschaften 2013 kräftig mobil gemacht und will beim Endspurt am Samstag in der Kongresshalle im Foro Italico am Rande der WM in Rom mit einem letzten flammenden Plädoyer die 15. Titelkämpfe nach Hamburg holen.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir haben mit der geplanten Ausrichtung der Wettkämpfe in der Hamburger Fußball-Arena ein einmaliges Konzept. Mit der Multifunktionsarena haben wir zudem eine Alternative in der Hinterhand", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel dem Sport-Informations-Dienst (SID). Zusammen mit Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen wird Thiel die 30-minütige Abschluss-Präsentation eröffnen, bei der die Hansestadt vor den Konkurrenten Moskau und Dubai zum Zug kommen wird.

"Die prominente Unterstützung zeigt, wie seriös wir gearbeitet haben. Hamburg hat die besten Voraussetzungen aller drei Bewerber", sagte Thiel, die allerdings aus finanziellen Gründen vor allem auch die Kandidatur Dubais fürchtet: "Ich habe den Eindruck, dass Dubai über ein großes Budget verfügt. Allerdings könnten die Temperaturen dort ein Problem werden."

FINA-Delegation von Hamburg angetan

Ohnehin sind sowohl die deutschen Top-Schwimmer als auch die Prominenz aus Sport und Politik begeistert von der deutschen Bewerbung und hoffen gegen die Konkurrenz aus Dubai und Moskau auf den Zuschlag durch den Weltverband FINA. Den Olympia-Fünften und Europarekordler Paul Biedermann hat die Bewerbung "schlichtweg umgehauen", Kanzlerin Angela Merkel setzte sich in einem Brief an die FINA für Hamburg ein, und auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und DOSB-Präsident Thomas Bach unterstützen den DSV vor Ort in der ewigen Stadt.

Zuletzt fand eine Schwimm-WM 1978 auf deutschem Boden statt, damals in Berlin. Diesmal will der DSV die FINA mit Hamburg und dem Motto "Enter your Element" überzeugen.

Eine Delegation des Weltverbandes hatte sich bereits im Mai bei einem Besuch in Hamburg angetan gezeigt. "Wir haben sehr gute Bedingungen vorgefunden. Besonders die Unterstützung von Verband, Stadt und Politik gefällt mir gut", sagte FINA-Direktor Cornel Marculescu, äußerte aber auch etwas Skepsis gegenüber den Plänen, erstmalig eine WM in einem Fußballstadion durchzuführen.

Freiwasserschwimmen in der Alster

In der Heimstätte des Hamburger SV sollen die Schwimm- und Synchronwettkämpfe sowie die Wasserballspiele stattfinden. Zwei Wettkampfbecken sowie ein Trainings- und Einschwimmbecken sollen im Stadion errichtet werden. Laut Planungen sollen 25.000 Zuschauer die Schwimm-Entscheidungen verfolgen können.

Als Alternative steht die direkt neben dem Stadion gelegene Multifunktionsarena zur Verfügung. Ein weiteres Highlight der WM wäre das Freiwasserschwimmen in der Alster, die sich schon beim jährlichen Triathlon-Weltcup als Schwimmstrecke bewährt hat.

Der zurzeit finanziell klamme DSV hat einen Etat von etwa 45 Millionen Euro veranschlagt. Die Hälfte der Kosten würde die Freie und Hansestadt Hamburg tragen.