2009.07.18 Neuss : DSV und Hamburg müssen Dubai den Vortritt lassen

Die 15. Schwimm-WM findet 2013 nicht in Deutschland statt. Hamburg musste Dubai den Vortritt lassen. Dies entschied der Weltverband FINA am Rande der Titelkämpfe in Rom.

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2013 gehen die Schwimmer in Dubai auf Titeljagd

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ging mit seiner Bewerbung baden, statt in Hamburg finden die Weltmeisterschaften 2013 in der Wüste statt. "Wir wünschen Dubai alles Gute. Wir haben keine Stockfehler gemacht und uns nichts vorzuwerfen", sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel nach der Niederlage am grünen Tisch: "Der Weltverband FINA will unseren Sport eben in neuen Regionen promoten."

Nachdem FINA-Präsident Mustafa Larfaoui im Kongress-Saal des Foro Italico am Rande der WM in Rom die Entscheidung zu Gunsten von Dubai verkündet hatte, spendete Thiel höflich Beifall. Neben ihr machte DOSB-Präsident Thomas Bach mit bedrückter Miene aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Natürlich sind wir nicht glücklich", sagte Bach. Großer Jubel herrschte dagegen bei den Siegern.

Auch die prominente Unterstützung hatte dem DSV nicht den erhofften Erfolg beschert. Am Vormittag hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nach der Abschlusspräsentation noch Optimismus versprüht und Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen hatte ihre Hoffnung auf eine Heim-WM ("Das wäre ein Traum") zum Ausdruck gebracht. Auch ein Brief von Kanzlerin Angela Merkel konnte die FINA ebenso nicht überzeugen wie das einmalige Konzept mit der Ausrichtung der Wettkämpfe in der Fußball-Arena des Hamburger SV.

DSV denkt über erneute Kandidatur nach

Nach der ersten Enttäuschung fasste Thiel aber schon wieder neuen Mut. "Wir werden über eine erneute Kandidatur nachdenken. Der DSV will eine WM auf den Weg bringen", sagte Thiel und bekam Rückendeckung von Bach: "Eine Niederlage kann immer auch Ansporn für einen neuen Versuch sein."

Zunächst aber bleibt Berlin die einzige deutsche Stadt, die 1978 die Titelkämpfe an Land ziehen konnte. Dabei hatten der DSV und Hamburg für den Zuschlag der 15. WM kräftig mobil gemacht. 1,9 Millionen Euro verschlang die Bewerbung. Die Kosten trägt die Hansestadt.

Erste Schwimm-WM im Mittleren Osten

Mit Dubai findet erstmals eine Schwimm-WM im Mittleren Osten statt. Dabei greifen die Veranstalter tief in die Tasche. 350 Millionen Euro sind als Etat veranschlagt, neue Wettkampfanlagen müssen erst errichtet werden. Der DSV und Hamburg hatten ein Budget von 42 Millionen vorgegeben.

Die größte Sorgen in Bezug auf die WM in Dubai machten sich die Beteiligten im Vorfeld wegen der möglichen Hitze. Ahmed El Falasi, Präsident des Schwimm-Verbandes der Vereinigten Arabischen Emirate, beruhigte bereits am Samstag: "Die Wettkämpfe werden nicht im Freien stattfinden." Noch unklar ist, ob die Titelkämpfe im Sommer oder Herbst ausgetragen werden.