2009.07.18 Neuss : Steuer springt an Überraschung vom Turm vorbei

Bei der Schwimm-WM in Rom hat Christin Steuer vom Turm den sechsten Platz belegt. Beim Sieg der Mexikanerin Paola Espinosa war die 26-Jährige mit ihrer Leistung dennoch zufrieden.

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Belegte am Ende den sechsten Platz: Christin Steuer

Kein Absturz wie bei Olympia, aber auch kein Bronze wie 2007 in Melbourne: Christin Steuer hat bei der Schwimm-WM in Rom eine erneute Überraschung verpasst und ist vom Turm auf Platz sechs gelandet. Von Enttäuschung wollte die 26-Jährige aus Riesa aber nichts wissen. "Ich bin zufrieden. Nach einer Serie von Verletzungen ist mir endlich mal wieder ein guter Wettkampf gelungen", sagte Steuer.

Lange auf Bronze-Kurs lag am Abend das Synchronduo Patrick Hausding (Berlin) und Stephan Feck (Leipzig) vom Drei-Meter-Brett. Doch am Ende reichte es nur zu Platz fünf. Mit 426,25 Punkten fehlten exakt 2,4 Zähler zu den Kanadiern Alexandre Despatie und Reuben Ross auf dem Bronze-Rang. Den Titel sicherten sich die Chinesen Quin Kai und Wang Feng (467,94) vor dem US-Duo Troy Dumais und Kristian Ipsen (445,59).

Mit der Medaillenvergabe hatte auch Steuer nichts zu tun. Mit 353,74 Punkten lag sie klar hinter der Mexikanerin Paola Espinosa, die sich gleich bei ihrem WM-Debüt mit 428,25 Zählern völlig überraschend den Titel sicherte und Olympiasiegerin Chen Roulin aus China (417,60) sowie deren Teamkollegin Kang Li (410,35) auf die Plätze zwei und drei verwies.

DSV weiter ohne Medaille

Nach dem zufriedenstellenden Auftritt von Steuer und Hausding/Feck blieb der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) auch am zweiten Tag in der Ewigen Stadt ohne Medaille. "Christin ist konstant gesprungen, aber mit Blick auf Olympia 2012 in London muss sie ihre Schwierigkeitsgrade bei den Sprüngen steigern", sagte DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow, der in Rom auch als kommissarischer Bundestrainer für die Springer verantwortlich ist.

Während Vize-Europameisterin Nora Subschinski aus Berlin schon im Halbfinale auf Platz 13 vorzeitig gescheitert war, rief Steuer zumindest ihre Form ab und war am Ende beste Europäerin. "Ich hatte ja heute zwei Glücksbringer, denn meine Zwillingsschwester hat am Mittwoch Zwillinge zur Welt gebracht", sagte Steuer, die bei Olympia in Peking noch unsanft auf Rang 19 gelandet war.

Außerdem bekam sie mentale Unterstützung von ihrem Freund, dem langjährigen Topspringer und ehemaligen Europameister Heiko Meyer. Auch die hohen Temperaturen und der Wind warfen Steuer nicht aus der Bahn. "Die Windböen waren etwas unangenehm", erklärte Steuer: "Aber die Hitze war ich vom Trainingslager auf Mallorca gewohnt."