2009.07.19 Neuss : Hockey-Frauen verlieren Spiel um Platz drei

Die deutschen Hockey-Frauen haben bei der Champions Trophy das Treppchen verpasst. Im Spiel um Bronze unterlag die Mannschaft von Michael Behrmann den Niederlanden mit 2:5.

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Katharina Otte (l.) im Duell mit Carlien Dirkse van den Heuvel

Der Pleite gegen die Niederlande folgte für die deutschen Hockey-Frauen im Qualifkationschaos bei der 17. Champions Trophy in Sydney das große Zittern. Nachdem die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) im Spiel um Bronze dem Olympiasieger und Weltmeister 2:5 (2:5) unterlegen war, brachte ein Sondermodus des Weltverbandes IHF zusätzliche Brisanz ins Endspiel zwischen Argentinien und Australien.

Zuvor war die deutsche Mannschaft davon ausgegangen, dass sie als Olympia-Vierter für die Champions League 2010 in Nottingham qualifiziert ist. Doch dann wurde plötzlich klar, dass Argentinien als Bronzemedaillengewinner von Peking unbedingt das Endspiel gewinnen musste, damit die DHB-Auswahl anstelle Australiens bei der wichtigen Generalprobe für die WM 2010 in Argentinien an den Start gehen darf.

Hoffen und Bangen bis zum Siebenmeterschießen

Das Hoffen und Bangen dauerte bis zum Siebenmeterschießen. Dann erst verwandelte Argentiniens Superstar Luciana Aymar zum Entsetzen der australischen Fans den letzten und entscheidenden Siebenmeter zum 4:3 für Argentinien - und schoss damit das deutsche Team zur Champions Trophy 2010.

Das Happy End konnte aber den Dämpfer vier Wochen vor Beginn der EM in Amsterdam (22. bis 30. August) gegen den Ausrichter nicht vergessen machen. "Wir hatten die Devise ausgegeben, dass dies kein Champions-Trophy- und auch kein EM-Vorbereitungsmatch mehr ist, sondern dass wir Holland mal wieder schlagen wollten. Das ist natürlich bei dem Ergebnis gründlich in die Hose gegangen", bilanzierte Co-Trainer Kais Al Saadi.

Gegen die Niederländerinnen führten individuelle Fehler in der ersten Hälfte zu einer 4:0-Führung der Favoritinnen. "Wir haben allerdings heute auch etwas ausprobiert und offensiver gespielt. Schaut man auf die Entstehung der Tore, die nahezu allesamt durch Verstopper passiert sind, bei denen die Bälle dem Gegner quasi in den Lauf gesprungen sind, dann hat das allerdings mit Taktik nicht viel zu tun", analysierte Al Saadi.

Nachdem Eileen Hoffmann (27.) zum 1:4 und Natascha Keller (34. ) noch vor der Pause zum 2:5 verkürzten, gestalteten sie den zweiten Durchgang offener. "In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte haben wir die Holländerinnen nahezu an die Wand gespielt. Daran müssen wir bei der EM dann anknüpfen", so Al Saadi.

Behrmann zieht positives Fazit

Und so fiel auch das Fazit von Bundestrainer Michael Behrmann nach Platz vier, den beiden Siegen (3:1 gegen England, 3:2 gegen China) sowie dem Remis gegen Turniersieger Argentinien (0:0) bei drei Niederlagen (0:2 gegen Australien, 0:1 und 2:5 gegen die Niederlande) insgesamt positiv aus. "Die Mannschaft hat nach dem schwachen Beginn gegen Australien eine gute Entwicklung gezeigt", sagte Behrmann.

Vier Wochen vor der Titelverteidung bei der EM konnte Behrmann in Sydney "einiges ausprobieren", er entdeckte aber auch eine Schwachstelle im Angriff: "Dort sehe ich das größte Entwicklungspotenzial." Bei den europäischen Titelkämpfen muss die DHB-Auswahl mindestens ins Halbfinale einziehen, um das Ticket für die WM 2010 zu lösen.