2009.07.20 Neuss : Motorsport-Idol Surtees trauert um Sohn Henry

Formel-2-Pilot Henry Surtees ist bei einem Unfall in Brands Hatch ums Leben gekommen. Sein Vater John hatte in den 50er und 60er Jahren Motorsport-Geschichte geschrieben.

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John Surtees trauert um seinen Sohn

Das britische Motorsport-Idol John Surtees, einziger Fahrer der Geschichte mit WM-Titeln auf dem Motorrad und in der Formel 1, trauert um seinen Sohn Henry. Der 18-Jährige erlag am späten Sonntagabend seinen Verletzungen, die er bei einem Unfall im Rahmen eines Formel-2-Rennens im englischen Brands Hatch erlitten hatte.

Henry Surtees war nach dem Unfall eines Konkurrenten von einem umherfliegenden Reifen und einer Radfelge am Kopf getroffen worden. Sanitäter und Notärzte begleiteten den bewusstlosen Nachwuchsfahrer in ein Krankenhaus ein, wo die Ärzte Surtees jedoch nicht mehr retten konnten.

Einen Tag vor seinem Tod hatte Henry Surtees im Eröffnungslauf des Rennwochenendes von Brands Hatch durch Platz drei seine erste Podiumsplatzierung in der Formel 2 gefeiert. Ironie des Schicksals: Sein berühmter Vater hatte mit 17 Jahren ebenfalls in Brands Hatch sein erstes Rundstreckenrennen bestritten und auf Anhieb gewonnen.

Vater schrieb Geschichte

John Surtees, Vater von insgesamt drei Kindern, hatte in den 50er und 60er Jahren Motorsport-Geschichte geschrieben. Zwischen 1956 und 1960 gewann der Engländer in der Motorrad-WM insgesamt sieben Titel, ehe er in die Formel 1 wechselte und 1964 mit Ferrari auch in der Königsklasse triumphierte.

Insgesamt feierte der heute 75-jährige John Surtees in 111 Formel-1-Rennen sechs Erfolge, darunter 1963 und 1964 auch beim Großen Preis von Deutschland. Im September 1965 verunglückte Surtees bei einem Sportwagenrennen in Kanada schwer und musste mehrere Tage auf der Intensivstation um sein Leben kämpfen.

Nach seiner aktiven Karriere gründete Surtees Anfang der 70er Jahre das Team Surtees Racing Organisation und startete mit seinem Rennstall von 1970 und 1978 in der Formel 1. Zu seinen Fahrern gehörte 1973 und 1974 auch der Bad Dürkheimer Jochen Mass.