2009.07.22 Neuss : DOSB-Kommission gibt EM-Reitern "Grünes Licht"

Die unabhängige Kommission des DOSB hat den deutschen Kandidaten für die Spring- und Dressur-Europameisterschaften "Grünes Licht" für einen Start Ende August gegeben.

jt
Unter Vorbehalt im Kader: Marco Kutscher (l.) und Ludger Beerbaum

"Grünes Licht" für alle EM-Kandidaten und trotz spektakulärer Dopingfälle ein positives Zeugnis für die Sportart: Das ist das Zwischenergebnis der unabhängigen Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Aufarbeitung von möglichen Doping-Manipulationen im deutschen Reitsport.

"Die Sportart ist nicht strukturell unredlich, es handelt sich nur um Einzelfälle", sagte der Kommissionsvorsitzende Udo Steiner am Mittwoch in Warendorf. Der frühere Bundesverfassungsrichter führte zudem aus: "Besonders die jungen Reiter haben einen positiven Eindruck hinterlassen."

Beerbaum darf hoffen

Auf eine Teilnahme an der Spring- und Dressur-EM vom 25. bis 30. August im englischen Windsor hoffen darf auch wieder der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum, der wie seine Kollegen Marco Kutscher und Daniel Deusser laut der Empfehlung der Kommission unter Vorbehalt wieder in einen Kader der Deutschen Reiterlichen Vereinigung FN aufgenommen werden kann.

Alle drei müssen nun bis zum 31. Dezember 2011 jegliche Medikation mit dem Mannschaftstierarzt unter dem Bundestrainer abstimmen. Die Aufnahme in den Kader kann widerrufen werden, wenn gegen die Auflage verstoßen wird.

In den insgesamt sechstägigen Anhörungen wurden insgesamt 53 Reiter und 13 Funktionäre im Zuge der Aufarbeitung der Doping-Anschuldigungen im deutschen Reitsport befragt. Neben dem Trio Beerbaum, Kutscher und Deusser wird die Kommission der FN in allen anderen Fällen die Aufnahme in die Kader empfehlen. "Alle haben eine Ehren- und Verpflichtungserklärung abgegeben. Das war Bedingung", sagte Udo Steiner.

Im Mai hatte die FN wegen der Doping-Anschuldigungen in einem ungewöhnlichen Akt die Kader A, B und B2 aufgelöst. Damit sollte der Weg für einen Neuanfang beschritten werden. Zu den ersten Befragten gehörte Ludger Beerbaum, dessen Geständnis zum Umgang mit Medikationen für die Einberufung der Kommission gesorgt hatte. Nach Beendigung des dritten Befragungsblockes vom 11. bis 13. August will die Kommission im Herbst der FN Vorschläge über möglichen Sanktionen machen. Die Bestrafungen kann aber nur der Verband vornehmen.

"Wir werden uns an den Vorschlägen der Kommission orientieren", sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach, ohne jedoch weiter Stellung zu beziehen. "Die Kommission hat die Arbeit noch nicht beendet. Diese Arbeit respektieren wir und wollen sie nicht beeinflussen."

Noch nicht angehört wurde die fünfmalige Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth, die wegen eines Dopingvergehens mit ihrem Nachwuchspferd Whisper derzeit suspendiert ist. Am Dienstag war die Rheinbergerin an ihrem 40. Geburtstag vom Weltverband FEI angehört worden. Mit einem Urteil ist in den nächsten Wochen zu rechnen.