2009.07.22 Neuss : DSV-Wasserballer landen Überraschungscoup

Mit einem überraschenden 7:7-Remis gegen Olympiasieger Ungarn sind die deutschen Wasserballer bei der WM in Rom vorzeitig in die Zwischenrunde eingezogen.

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Deutschland steht nach dem Remis gegen Ungarn in der Zwischenrunde

Deutschlands Wasserballer haben bei der WM in Rom eine Sensation geschafft, Olympiasieger Ungarn beim 7:7 (2:3, 1:0, 2:1, 2:3) ein Remis abgetrotzt und die über 20 Jahre dauernde Durststrecke gegen den Favoriten eindrucksvoll beendet. "Das war ein Quantensprung für unser Selbstvertrauen. Aber deshalb sind wir jetzt noch lange kein Medaillenkandidat", sagte Bundestrainer Hagen Stamm, dessen Sohn Marko 39 Sekunden vor Schluss den 7:7-Ausgleich markierte.

Für das letzte Erfolgserlebnis gegen Ungarn war Hagen Stamm noch als Spieler im Wasser mitverantwortlich. Kurz vor den Titelkämpfen hatte die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), die zuletzt bei Olympia 2000 in Athen als Fünfte für Aufsehen gesorgt hatte, in einem Testspiel in Budapest noch die 100. Pleite gegen die Magyaren kassiert.

"Mannschaft hat Großes geleistet"

Stamm wollte von Euphorie trotzdem nichts wissen: "Jetzt über Medaillen zu reden, ist völliger Quatsch. Es ist ein Traum und die Mannschaft hat Großes geleistet, aber mehr auch nicht. Nun müssen wir am Freitag gegen Kanada nachlegen, sonst ist dieser Punkt nichts wert."

Auch seinen Sohn hob der Coach nicht besonders hervor. "Den letzten Ball muss er rein machen, mehr nicht. Das hat er getan. Marko gehört in die Mitte der Mannschaft und nichts anderes", sagte der Vater, der seinen Filius nach Schlusspfiff trotzdem stolz an die Brust drückte.

Durch das Unentschieden ist der Einzug in die Zwischenrunde vorzeitig perfekt. Zum Auftakt hatte die deutsche Mannschaft mit 14: 4 gegen Südafrika gewonnen. Gegen Kanada am Freitag (17.00 Uhr) will das Team aber nachlegen, um einem schweren Gegner nach der Vorrunde zu entgehen.

Gegen Ungarn ließ sich die Mannschaft auch von einem frühen Rückstand nicht schocken. Stamms Schwiegersohn Marko Politze glänzte mit einem Trickwurf aus der Distanz ebenso wie Andreas Schlotterbeck mit einem Centertor per Rückhand. Die Partie war immer eng. Torhüter-Routinier Alexander Tchigir hielt die Chancen aufrecht, ehe "Monchichi" Stamm zum Ausgleich zuschlug. Dabei wurde der leicht angeschlagene Leistungsträger Heiko Nossek sogar noch geschont.

Die Tore für die deutsche Mannschaft erzielten der zukünftige Italien-Profi Politze und Marko Savic (je zwei) sowie Schlotterbeck, Sören Mackeben und Stamm junior.