2009.07.30 Neuss : In Randers ist der "alte" HSV gefordert

Ohne seine Millionenstars muss der Hamburger SV heute bei seinem Debüt in der neuen Europa League bestehen. Beim FC Randers fehlen Marcus Berg, David Rozehnal und auch Eljero Elia.

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Neuer Wettbewerb, altes Personal: HSV tritt mit bewährten Kräften in Randers an

Knapp 24 Millionen Euro hat der Hamburger SV für neue Spieler ausgegeben, aber keiner seiner drei Millionenstars ist beim Pflichtspielauftakt dabei. Wenn die Mannschaft am heutigen Donnerstag beim dänischen Vertreter FC Randers zum Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde für den Einzug in die Europa League antritt, fehlen Marcus Berg, David Rozehnal und auch Eljero Elia.

Kurz vor der Abreise nach Jütland ereilte Trainer Bruno Labbadia am Mittwoch der erste Dämpfer der Saison: Elia fällt mit einer Knieverletzung mindestens drei Wochen aus. Der flinke Niederländer hatte sich auf Anhieb einen Stammplatz im linken, offensiven Mittelfeld erarbeitet. 8,5 Millionen Euro hat der HSV an Twente Enschede für ihn gezahlt.

Der schwedische Torjäger Marcus Berg (9,5 Millionen) arbeitet in Hamburg noch an seiner Fitness, der tschechische Innenverteidiger David Rozehnal (4,9), absolvierte am Mittwoch einen Medizincheck und wird erst am Freitag offiziell vorgestellt. Diese beiden sollen aber beim Rückspiel am 6. August (20.30 Uhr) auflaufen. Neben den drei internationalen Stars überwies man auch eine Millionen für Robert Tesche an Arminia Bielefeld.

In den letzten Jahren kamen viele Neuzugänge wie im letzten Jahr Mladen Petric und Marcell Jansen erst kurz vor Transferschluss am 31. August dazu. Diesmal ist es gelungen, den Kader vor der Saison zusammenzuhaben. Eigentlich gute Voraussetzungen für einen gelungenen Saisonstart.

Kaderplanung abgeschlossen

"Mit Rozehnal ist unsere Kaderplanung abgeschlossen, und wir sind den Möglichkeiten entsprechend gut aufgestellt", sagt Labbadia. Dass angesichts der erneut hohen Investitionen die Erwartungen weiter gestiegen sind, weiß der Hesse auf der Hamburger Trainerbank: "Das Ziel ist ein internationaler Wettbewerb, das ist kein Druck, das ist ein Antrieb." Der große Traum ist natürlich das Erreichen des Finales in der Europa League, das am 12. Mai 2010 im eigenen Stadion ausgetragen wird.

Beim ersten Schritt dahin müssen nun vor allem die "Alten" dafür sorgen, dass keine unvorhergesehene Panne passiert. Lediglich der ablösefrei aus München gekommene Ze Roberto läuft Donnerstag auf. Natürlich tritt der HSV trotz der plötzlichen Personalprobleme als haushoher Favorit beim aktuellen Tabellenletzten der dänischen Liga an, trotzdem erwartet Labbadia viel Widerstand: "Für Randers werden die Spiele die Duelle des Jahres. Die werden hoch motiviert sein, aber wir wollen und müssen weiterkommen."

Für den HSV-Coach ist das Match auch ein Treffen mit einem alten Bekannten. Gemeinsam spielte er 1987/88 mit Randers Trainer John "Faxe" Jensen beim HSV. Zu dem Europameister von 1992 verband Labbadia damals ein herzliches Verhältnis: "Wir haben auch privat viel gemeinsam unternommen." Alte Erinnerungen werden die beiden aber frühestens nach der Partie austauschen: "Zuallererst will ich die nächste Runde erreichen, danach können wir über andere Dinge reden."