2009.08.01 Neuss : Stuttgart nach Anlaufschwierigkeiten weiter

Der VfB Stuttgart hat in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Außenseiter SG Sonnenhof Großaspach einen 0:1-Rückstand noch in einen 4:1-Erfolg gedreht.

kls
Ludovic Magnin (r.) steigt zum Kopfball hoch

Ein respektloser Viertligist hat Bundesligist VfB Stuttgart in der ersten Runde des DFB-Pokals angezählt, den durchaus möglichen K.o.-Schlag aber verpasst. Die SG Sonnenhof Großaspach führte gegen den lange Zeit schläfrigen und pomadigen Champions-League-Aspiranten bis zur 55. Minute verdient mit 1:0, verpasste dann jedoch die Sensation.

Dank der Treffer von Thomas Hitzlsperger (55.), Cacau (62.) und des eingewechselten Jan Simak (66. und 87.) gewann der VfB am Ende noch standesgemäß 4:1 (0:1). Der Albaner Shaban Ismaili, ausgeliehen von der 2. Mannschaft der Stuttgarter, hatte den guten Außenseiter in Führung gebracht (39.). Großaspach stand zwischenzeitlich sogar vor einer höheren Führung.

Der VfB hätte vor den Amateuren durchaus gewarnt sein müssen. In der Vorbereitung hatte der Regionalliga-Aufsteiger den Schwaben ein 0:0 abgetrotzt - allerdings kamen die Stuttgarter da gerade aus einem kräftezehrenden Lauftrainingslager. Die TSG Hoffenheim hatte gegen den Gewinner des Württemberg-Pokals, der von dem ehemaligen VfB-Profi Jürgen Hartmann trainiert wird, während der Vorbereitung sogar 0:1 verloren.

"Wir wissen, dass wir mit jedem Bundesligisten mithalten können", hatte Hartmann vor dem größten Spiel der Klub-Geschichte behauptet - prompt jagte seine SG dem Favoriten einen ziemlichen Schrecken ein: Nach einem Freistoß des Albaners Abedin Krasniqi verfehlte Innenverteidiger Fabian Aupperle per Kopf um Haaresbreite das VfB-Tor (5.). Wenig später schoss Angreifer Nicolo Mazzola nach einem Fehler von Serdar Tasci knapp daneben (11.).

Dem VfB strahlte trotz deutlicher Vorteile in der Kategorie Ballbesitz zunächst keine Torgefahr aus - ein Fall für den frisch zurückgeholten, aber noch nicht spielberechtigten Alexander Hleb und den russischen Nationalstürmer Pawel Pogrebnjak, dessen Wechsel von Zenit St. Petersburg zu Beginn der kommenden Woche auch von den Schwaben als perfekt gemeldet werden dürfte.

Hitzlspergers Sonntagsschuss brachte den VfB schließlich vor 14.000 Zuschauern auf Touren. Der immer stärker werdende Cacau, der gegen die guten Großaspacher Innenverteidiger Aupperle und Dennis Grab lange Zeit kein Land sah, legte nur sieben Minuten nach dem glücklichen Ausgleich mit einem fulminanten Schuss nach. Im Gegenzug stand erneut Krasniqi vor dem Ausgleich - Jens Lehmann rettete gerade noch per Fußabwehr. Nach Simaks erstem Treffer war der Widerstand des Außenseiters dann gebrochen.