2009.08.03 Neuss : Schumacher darf vor Comeback nicht im F60 testen

Michael Schumacher wird vor seinem Comeback beim Grand Prix in Valencia keine Testfahrten im neuen Ferrari absolvieren. Williams und Red Bull verweigern ihre Zustimmung.

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Michael Schumacher muss ohne Testfahrten im F60 sein Comeback feiern

Als sich Michael Schumacher in seiner Villa in der Schweiz von der ersten Ausfahrt erholte und Felipe Massa in einem bewegenden Moment am Montag das Krankenhaus in Budapest verließ, wurde Ferrari von der Konkurrenz ausgebremst. Die Teamchefs Sir Frank Williams und Christian Horner von Red Bull verweigerten Schumacher ihre Zustimmung für eine Testfahrt-Sondergenehmigung im aktuellen roten Renner.

"Die Regeln müssen eingehalten werden"

"Wir begrüßen das Comeback von Michael Schumacher in der Formel 1, aber Tatsache ist auch, dass Testfahrten während der Saison in jeglicher Form untersagt sind. Die Regel ist von der FIA eindeutig formuliert und muss von allen Teams genauestens eingehalten werden", teilte Williams in einem offiziellen Statement mit. Im Sinne der Kontinuität und Fairness lehne man den Ferrari-Vorschlag für Testfahrten vor dem Grand Prix von Europa ab, sagte Williams.

Auch Horner plädierte dafür, Schumacher nicht testen zu lassen und damit nicht anders zu behandeln als Jaime Alguersuari. "Alguersuari hatte vor seinem ersten Rennen noch nie in einem Formel-1-Wagen gesessen. Ich bin überzeugt, dass der siebenmalige Champion Michael Schumacher mit 91 gewonnenen Rennen kein Problem haben wird, auf Geschwindigkeit zu kommen", sagte Horner. Der 19-jährige Spanier hatte beim Großen Preis von Ungarn sein Debüt gegeben und den Boliden zuvor nur bei einem Geschwindigkeitstest über eine gerade Strecke bewegen dürfen.

Kein einziger Testkilometer im neuen F60

Damit wird der siebenmalige Weltmeister sein Formel-1-Comeback am 23. August in Valcenia ohne einen einzigen Testkilometer im neuen Ferrari F60 geben müssen. Sieben Rennställe hatten bereits grünes Licht für Schumachers Extra-Tour signalisiert. Das berichtet die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport.

Damit muss Schumacher in den verbleibenden Tagen wohl weiterhin im alten Ferrari F2007 über die Runden kommen und sich vorsichtig an den roten Bereich herantasten. Sogar der Erzrivale McLaren-Mercedes wollte für die "Roten" beide Augen zudrücken: "Es geht nicht darum, Geschenke an Ferrari zu verteilen, sondern fair zu sein", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug der Bild-Zeitung. Auch der neue Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari habe vor seinem Debüt in Ungarn keinerlei Möglichkeit gehabt, sich an das Auto zu gewöhnen. Williams: "Wir sehen keinen Unterschied zwischen Alguersuari und Schumacher. Wir wollten keinen Präzedenzfall schaffen, indem wir zwischenzeitlich von den Regeln abrücken."