2009.08.05 Neuss : Deutscher wechselt für 800.000 US-Dollar in MLB

Maximilian Kepler-Rozycki wechselt für eine Rekordablösesumme in die Major League Baseball. Dabei ist der Berliner gerade einmal 16 Jahre alt.

dok
Bald der neue Verein von Maximilian Kepler-Rozycki: Die Minnesota Twins

Wenn bei Maximilian Kepler-Rozycki in diesen Tagen das Handy klingelt, erscheint auf seinem Display immer häufiger die Anzeige: Anrufer unbekannt. Nachdem der 16-Jährige einen Sieben-Jahres-Vertrag bei den Minnesota Twins in der nordamerikanischen Profiliga Major League Baseball (MLB) unterschrieben und dafür ein Rekordhandgeld in Höhe von 800.000 US-Dollar kassiert hat, ist das Medieninteresse am gebürtigen Berliner schlagartig gestiegen. Und plötzlich rückt auch Baseball - hierzulande als Randsportart eher belächelt - etwas in den Vordergrund.

"Ich bin sehr stolz auf den Vertrag. Es hat mich aber schon überrascht, wieviel Geld es am Ende dann war", sagt Kepler-Rozycki über das Papier, das den Trubel um seine Person ausgelöst hat. Dieser Rummel sei "manchmal schon ein bisschen anstrengend". Dabei ist dies erst ein Vorgeschmack auf das, was ihn erwarten würde, sollte er seinen großen Traum erfüllen: "Ich könnte mir vorstellen, eines Tages für Baseball in Deutschland das zu sein, was Dirk Nowitzki für Basketball ist." Ein Botschafter seines Sportes also.

"Schritt ist wichtig für ihn"

Die Voraussetzungen dafür hat Kepler-Rosycki, findet zumindest sein Trainer Martin Helmig. "Er ist ein einmaliges Talent und einer der Besten, den ich je gesehen habe", sagt der Coach von den Regensburger Legionären, dem Vorzeigeverein im deutschen Baseball. Trotz des Verlustes für seine Mannschaft freut sich Helmig für das Nachwuchs-Talent: "Es ist wichtig für ihn, diesen Schritt jetzt zu machen, um auf hohem Niveau gefördert zu werden. Er braucht gleichwertige oder gar bessere Spieler, damit er sich weiterentwickelt."

Im Alter von sechs Jahren fing der schnelle Center Fielder mit dem Baseball an, doch auch andere Sportarten interessierten ihn. "Ich habe bis zum Alter von 14 Jahren bei verschieden Berliner Vereinen Fußball gespielt, war sogar einmal zweiter Torwart bei Hertha BSC", sagt Kepler-Rozycki. Dass er sich dann doch für Baseball entschieden hat, lag neben seinem Talent auch an seiner amerikanischen Mutter: "Wegen ihr bin ich beim Baseball geblieben."

Dopingbelastete Liga birgt Gefahren

Seine Mutter ist es auch, die den Teenager in den ersten Monaten in seiner neuen Heimat in Übersee begleiten wird. An Anpassungsschwierigkeiten glaubt der Berliner aber nicht. Sportlich wird sich das deutsche Nachwuchstalent trotz des Wirbels diesseits des Atlantiks zunächst hinten anstellen müssen. Über verschiedene Klubs der unterklassigen "Minor League" muss er sich nach oben ins Profiteam der Minnesota Twins kämpfen.

Dabei hofft Kepler-Rozycki auch auf Beistand von ganz oben. Vor jedem Spiel spricht er ein kleines Gebet. "Ich bin sehr gläubig", sagt er. Der Glaube könnte auch hilfreich sein, um den Gefahren und Versuchungen der teils dopingbelasteten MLB zu entgehen. "Ich würde auf keinen Fall Doping nehmen", sagt Kepler-Rozycki und betont: "Sollte ich körperliche Defizite haben, werde ich versuchen, diese über das Training auszugleichen."