2009.08.11 Neuss : Schumacher-Comeback geplatzt

Michael Schumacher wird nicht wieder für Ferrari Rennen fahren. Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister musste seinen geplanten Einsatz wegen anhaltender Nackenbeschwerden absagen.

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Kein Formel-1-Comeback: Michael Schumacher

Die Freude war groß, der Frust ist noch viel größer: Nach 14 aufregenden Tagen zwischen Hoffen und Bangen ist Michael Schumachers Sensations-Comeback in der Formel 1 aus gesundheitlichen Gründen geplatzt. Still und leise sagte der siebenmalige Weltmeister seinen für den 23. August in Valencia geplanten Einsatz wegen anhaltender Nackenbeschwerden ab. "Ich bin zutiefst enttäuscht. Mir tut es wahnsinnig leid für die Jungs bei Ferrari und all die Fans, die mir die Daumen gedrückt haben", teilte der 40-Jährige auf seiner Homepage mit.

Er habe absolut alles versucht, versicherte Schumacher, aber zu seinem größten Bedauern klappe es nicht. Schumacher: "Die Schmerzen im Nacken, die nach dem privaten Formel-1-Tag in Mugello auftraten, haben wir leider nicht in den Griff bekommen - auch wenn wir alles versucht haben, was medizinisch und therapeutisch machbar ist."

Nackenverletzung als Auslöser

Schumacher hatte die Nackenverletzung bei einem schweren Motorrad-Unfall im Februar in Spanien erlitten. Er sollte den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa in Valencia ersetzen. Der Brasilianer wird nach seinem schweren Unfall im Qualifying in Budapest wahrscheinlich für den Rest der Saison ausfallen. Nach Schumachers Absage wird nun Testfahrer Luca Badoer (Italien) in Valencia im roten Renner sitzen.

Schumacher verriet erstmals Details der Verletzungen, die viel schwerwiegender waren als bislang vermutet. Er habe Brüche im Kopf- und Halsbereich erlitten, sagte Schumacher: "Daher kann mein Nacken den extremen Belastungen der Formel 1 nicht standhalten."

Probleme bei Abschlussuntersuchung deutlich geworden

Die Probleme haben sich in der Abschluss-Untersuchung am Montagnachmittag deutlich gezeigt. Schumacher: "Weil sich die Probleme im Nacken, die nach dem Tag in Mugello aufgetreten waren, nicht besserten, habe ich mich am Sonntag kurzfristig entschieden, diese eindringliche Untersuchung bereits am Montag zu machen."

Schumachers Pressesprecherin Sabine Kehm enthüllte in einem Interview des TV-Senders N24, dass es sogar "Verletzungen an einer Arterie" gegeben habe. Laut Kehm sind diese Verletzungen "so schlimm, dass Michael die Extrembelastung, die die Formel 1 darstellt, einfach nicht kompensieren kann."

Bedauern in der Formel 1

Die Formel 1 reagierte mit großem Bedauern auf Schumachers Entscheidung. "Das ist eine große Enttäuschung für alle, die sich auf Michaels Comeback gefreut haben", sagte Norbert Haug dem SID. Der Mercedes-Sportchef hat aber Verständnis: "Die Gesundheit geht vor. Es war von Anfang an klar, dass die medizinische Untersuchung entscheidend sein wird."

Bereits am Montagabend informierte Schumacher den Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali, dass er nicht wie erhofft für Felipe Massa fahren kann. "Ich wäre gerne für Felipe eingesprungen. Jetzt bleibt mir nur, dem gesamten Team die Daumen für die nächsten Rennen zu drücken", sagte Schumacher, der seit seinem Rücktritt 2006 als Berater für Ferrari tätig ist.