2009.08.12 Neuss : Hopp: "Man kann Hoeneß nicht mehr ernst nehmem"

Nachdem Bayern-Manager Uli Hoeneß die Attacke von Mark van Bommel im Spiel gegen Hoffenheim heruntergespielt hatte, kam nun der Konter von 1899-Mäzen Dietmar Hopp.

dok
Dietmar Hopp schießt zurück

Kündigung für Neuzugang Prince Tagoe nach nur 51 Tagen und neue Attacken gegen Bayern-Manager Uli Hoeneß: 1899 Hoffenheim sorgt in der Bundesliga kurz nach Saisonbeginn weiter für großen Wirbel. Während die Kündigung des Vertrags von Stürmer Tagoe zum 30. Juli am Mittwoch die juristische Abteilung der Kraichgauer in Atem hielt, legte 1899-Mäzen Dietmar Hopp im Streit mit Hoeneß um den Bodycheck von Bayern-Kapitän Mark van Bommel gegen Hoffenheims Isaac Vorsah nach.

"Man kann den Uli Hoeneß nicht mehr ernst nehmen. Wenn er das so gesehen hat, dann lebt er halt in einer Traumwelt", sagte Hopp der Rhein-Neckar-Zeitung. Auch Trainer Ralf Rangnick hat nur noch abfällige Äußerungen für den Bayern-Manager, der nach der Attacke von "Rambo" van Bommel den Hoffenheimer Profis Vorsah und Sejad Salihovic unsportliches Verhalten vorgeworfen hatte, übrig. "Herr Hoeneß redet dummes Zeug. Dieser Check von van Bommel war klare Absicht", sagte Rangnick, den die Giftpfeile aus München auch vier Tage nach dem 1:1 in Sinsheim offenbar emotional weiter aufwühlen.

Schindelmeiser: "Es geht um die Gesundheit des Spielers"

Allerdings sind die verbalen Scharmützel mit den Bayern wegen des Fouls von van Bommel derzeit nicht das einzige Problem des letztjährigen Aufsteigers. Sorgen bereiten auch die juristischen Auseinandersetzungen mit dem Anwalt des ghanaischen Nationalspielers Prince Tagoe. Dem ablösefreien Neuzugang vom saudi-arabischen Klub Al-Ittifaq Dammam wurde der bis 30. Juni 2012 laufende Vertrag seitens der Hoffenheimer gekündigt, nachdem in der vergangenen Woche bei einer zweiten sportärztlichen Untersuchung des Profis plötzlich Herzprobleme festgestellt worden waren.

'Wir haben seit der Kündigung am 30. Juli versucht, gemeinsam mit dem Anwalt des Spielers eine Lösung zu finden. Herr Buchberger (Tagoe-Anwalt/Anm. d. Red.) war trotz unserer Initiative bislang nicht bereit, sich mit uns an einen Tisch zu setzen. Uns geht es in erster Linie nicht um die Vertragssituation, sondern um die Gesundheit des Spielers', sagte 1899-Manager Jan Schindelmeiser dem SID. Wie Hoffenheim in einer offiziellen Stellungnahme zuvor erklärt hatte, gehe man davon aus, dass Tagoe aufgrund des Untersuchungsergebnisses die Spiellizenz entzogen werde und deshalb 'das Arbeitsverhältnis mit dem Spieler nicht aufrecht erhalten werden' könne.

Kurios: Weder bei der von Hoffenheims Teamarzt Dr. Pieter Beks durchgeführten ersten sportärztlichen Untersuchung noch bei einer dritten Untersuchung durch einen anderen Facharzt war ein Herzfehler festgestellt worden. "Hoffenheim ist darauf hingewiesen worden, dass die Kündigung auf jeden Fall unwirksam ist. Nach derzeitigem Stand ist nicht davon auszugehen, dass in irgendeiner Art und Weise die Spiellizenz für Prince Tagoe gefährdet ist. Ich erwarte deshalb, dass der Klub die Kündigung zurücknimmt", sagte Tagoes Anwalt Markus Buchberger der Sport Bild.

Kündigung nicht rechtens

Wegen der Kündigung des am 9. Juni vereinbarten Vertrags droht den Hoffenheimern nun im schlimmsten Fall seitens des Weltverbandes FIFA sogar eine zweijährige Transfersperre. Denn der Vertrag wurde unterzeichnet, nachdem bei der ersten sportärztliche Untersuchung keine gesundheitlichen Probleme aufgetreten waren. Eine auf einer zweiten Untersuchung basierende Kündigung ist laut FIFA-Reglement nicht rechtens.

So heißt es in Artikel 17, Ziffer 4 der FIFA-Statuten: "Als Sanktion wird dem fehlbaren Verein für zwei Registrierungsperioden die Registrierung von Spielern auf nationaler und internationaler Ebene verweigert." Ein offizielles Statement der Hoffenheimer zur juristischen Sachlage im "Fall Tagoe" soll erst nach Rücksprache mit den Klubanwälten erfolgen. "Ich möchte mich auf Wunsch von Prince im Augenblick nicht zu diesem Thema äußern", sagte 1899-Manager Jan Schindelmeiser der Sport Bild.