2009.08.12 Neuss : Russland verliert, Frankreich fast blamiert

DFB-Gegner Russland hat das Freundschaftsspiel gegen Argentinien vor eigenem Publikum 2:3 verloren. Frankreich ist mit Franck Ribery nur knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt.

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Feierte sein Comeback nach Verletzungspause: Bayerns Franck Ribery

Misslungener Härtetest für Russland, Beinahe-Blamage für Frankreich mit Edeljoker Franck Ribery: Die russische Nationalmannschaft zeigte sich in Moskau beim 2:3 (1:1) gegen Argentinien noch nicht reif für das "Finale" um ein direktes WM-Ticket gegen Deutschland am 10. Oktober. Frankreich kam der Reise nach Südafrika trotz einer indiskutablen Leistung beim Fußball-Zwerg Färöer einen Schritt näher. Der Vize-Weltmeister gewann 1:0 (1:0) in Torshavn.

Kroatien hält dank Ivica Olic Kurs WM-Play-offs. Der Stürmer des deutschen Rekordmeisters Bayern München erzielte in Minsk beim 3:1 (1:0) gegen Weißrussland in der 22. Minute das 1:0 und das Tor zum Endstand (83.). Den zweiten Treffer markierte Eduardo da Silva (68.). Damit setzte sich der WM-Halbfinalist von 1998 in der Gruppe 6 vier Punkte vom EM-Gastgeber Ukraine ab. Platz eins ist so gut wie sicher an England vergeben.

Niederlande verspielt Zwei-Tore-Führung

In Basel trotzte Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz Weltmeister Italien ein 0:0 ab. Dabei stieg Fabio Cannavaro zum alleinigen Rekordnationalspieler Italiens auf. Der Weltfußballer von 2006 führte die Squadra Azzurra als Kapitän an und setzte sich mit seinem 127. Länderspieleinsatz von Paolo Maldini (126) ab.

In Amsterdam sahen 47.500 Zuschauer einen unterhaltsamen Klassiker zwischen den Niederlanden und England, die sich 2:2 trennten. Dirk Kuyt (10.) und der ehemalige Hamburger Mittelfeldstar Rafael van der Vaart (37.) trafen für die Elftal, der eingewechselte Jermain Defoe (49./76.) für England.

Brasilien stimmte sich mit einem 1:0 (1:0)-Arbeitssieg in Estland auf den Klassiker in Argentinien am 5. September ein. Der WM-Gastgeber Südafrika ist zehn Monate vor Turnierbeginn (11. Juni bis 11. Juli) meilenweit von seiner Bestform entfernt, gegen Serbien gab es in Pretoria ein 1:3 (0:0). Norwegen wahrte seine Chance auf den Einzug in die WM-Play-offs mit einem 4:0 (2:0) gegen Schottland.

Igor Semschow (18.) bescherte den Russen, die in zwei Monaten auf dem Kunstrasen von Moskau Gastgeber der Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sind, einen Start nach Maß. Sergio Agüero (45.), Lebensgefährte der Tochter von Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona, gelang vor 28.800 Zuschauern der Ausgleich. Die zweite Hälfte eröffnete Lisandro Lopez (46.) mit dem 1:2, Jesus Datolo (59.) legte für die Gäste, die einige Stars schonten, nach. Roman Pawljutschenko (79.) erzielte für Russland den Anschlusstreffer.

Vor dem Duell mit der DFB-Auswahl haben die Russen in der Qualifikation noch zwei Pflichtaufgaben zu erledigen. Am 5. September empfängt der Sechste der FIFA-Weltrangliste Liechtenstein, vier Tage später folgt die Generalprobe in Wales.

Ribery gibt trotz Absprache Comeback

Andre-Pierre Gignac (45.) erlöste die enttäuschenden Franzosen mit seinem Tor zum schmeichelhaften Endstand. Ribery wurde in der 65. Minute eingewechselt. Der Mittelfeldstar von Bayern München war bemüht, ihm fehlte jedoch sichtlich die Frische.

Der 26-Jährige, der wegen einer Schleimbeutelentzündung die Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison fast komplett verpasst hatte, wurde von Nationaltrainer Raymond Domenech entgegen der Absprache mit Bayern-Trainer Louis van Gaal eingesetzt. Van Gaal war davon ausgegangen, dass Ribery bei der "Equipe Tricolore" lediglich sein Aufbauprogramm fortsetzt.

Frankreich, das erstmals seit dem damaligen WM-Finale ohne Weltmeister von 1998 antrat, wahrte mit dem glanzlosen Sieg seine Chance auf ein direktes Ticket zur WM 2010. Mit 13 Punkten rückten die Franzosen in der Gruppe 7 bis auf fünf Zähler an den Tabellenführer Serbien heran, sie haben zudem ein Spiel weniger absolviert als der Konkurrent.