2009.08.12 Neuss : Zweiter Comeback-Versuch von Schumacher möglich

Bei einer Pressekonferenz in Genf äußerte sich Michael Schumacher zu seinem geplatzten Comeback in der Formel 1 und schloss einen weiteren Versuch nicht aus.

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Michael Schumacher während der Pressekonferenz

Der gescheiterte erste Versuch macht ihn "sehr traurig", aber Michael Schumacher träumt schon von einem späteren Comeback in der Formel 1. "Spekulationen gibt es ständig. Wenn ich Herrn Peil richtig verstanden habe, gibt es medizinisch nichts dagegen einzuwenden. Aber das ist kein Thema, mit dem ich mich momentan befasse", sagte der Rekord-Weltmeister auf einer Pressekonferenz in Genf.

Trotzdem löcherten mehr als ein Dutzend TV-Teams und 50 Journalisten aus aller Welt den 40-Jährigen im Ballsaal des Hotels Intercontinental genau zu dieser Frage - und bekamen alles andere als ein Dementi zu einem Comeback in der Zukunft. Stattdessen sagte sein Leibarzt Dr. Johannes Peil, dass Schumacher trotz eines Schädelbasisbruchs und Lebensgefahr nach seinem schweren Motorradunfall in Zukunft weiter sehr gut Sport machen könne.

Ob es zu einer Rückkehr in die Formel 1 reiche, sei vom Heilungsverlauf in den nächsten Monaten abhängig: "Das kann drei Wochen, drei Monate oder drei Jahre dauern, bis alles verheilt ist. Vielleicht sollte Michael es das nächste Mal undercover testen. Aber die Entscheidung liegt am Ende allein bei ihm."

Verhandlungen mit Ferrari - ob als Fahrer für 2010 oder zur Verlängerung seines auslaufenden Beratervertrages - wird es in jedem Fall geben. "Wir haben bis jetzt nicht über die Zukunftspläne geredet. Aber zu einem späteren Zeitpunkt werden wir mal schauen", meinte Schumacher vielsagend.

"Härtester Moment meiner Karriere"

Mit feuchten Augen verkündete Schumacher im schicken weißen Hemd, dass ihn am Ende die starken Schmerzen von der weltweit schon gefeierten Formel-1-Rückkehr in Valencia am 23. August abgehalten hätten: "Das ist der härteste Moment meiner Karriere, aber ich konnte einfach nicht schmerzfrei fahren. Es tut mir leid für die Fans und die Ferrari-Familie, dass ich nicht helfen konnte."

Sein Nacken konnte die extremen Belastungen in der Formel 1 derzeit noch nicht kompensieren, weil die schweren Verletzungen nach seinem Motorradcrash im Februar in Cartagena noch nicht gänzlich ausgeheilt sind. Dr. Peil bestätigte, dass damals Lebensgefahr bestanden und sogar eine Lähmung gedroht habe. Schumacher hatte damals einen Bruch des siebten Halswirbels und der oberen linken Rippe erlitten. Weitaus schwerwiegender war allerdings eine Berstungsfraktur im Schädelbereich, bei dem eine Arterie verletzt wurde.

Beratungen mit Ehefrau Corinna

"Lebensgefahr ist eine Geschichte, ein Fähigkeitsausfall die andere. Wir haben uns damals große Sorgen gemacht. Das war sein mit Abstand schlimmster Unfall", sagt der Chefarzt der Sportklinik Bad Nauheim. Von drei der vier damaligen Hauptdiagnosen habe sich Schumacher inzwischen erholt und sei "ausdauermäßig top in Form gewesen".

Aber die Probleme nach den Testfahrten Ende vergangener Woche in Mugello seien trotz des Einsatzes von Schmerzmitteln gegen eine Entzündung zu groß gewesen, deshalb entschied sich Schumacher nach Beratungen mit seiner Ehefrau Corinna zur Absage. Aber auch die hat generell nichts gegen ein Comeback einzuwenden: "Ihr ist unwohler, wenn ich auf dem Motorrad sitze als im Auto." Für die nähere Zukunft schloss Schumacher jedenfalls Rennen auf zwei Rädern aus.