2009.08.17 Neuss : St. Pauli stürmt den neuen Tivoli

Der FC St. Pauli hat Alemannia Aachen die Premiere im neuen Tivoli verdorben und ist mit einem 5:0 (4:0) auf Platz eins der 2. Bundesliga gestürmt. Der Ex-Aachener Ebbers traf doppelt.

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Jubel bei St. Pauli mit den Torschützen Ebbers (r.) und Naki (l.)

Die Einweihungsparty endete als Horror-Show: Angeführt vom früheren Aachener Marius Ebbers hat Angstgegner FC St. Pauli Alemannia Aachen die höchste Heimniederlage der Zweitliga-Geschichte zugefügt und die Premierenfeier des neuen Tivoli-Stadions gründlich verdorben. Zum Abschluss des zweiten Spieltags der 2. Bundesliga gewannen die Hamburger das erste Spiel in der neuen Arena mit 5:0 (4:0) und übernahmen die Tabellenführung.

Die Gäste feierten ihren höchsten Zweitliga-Auswärtssieg seit dem 14. November 1987 (6:1 bei Rot-Weiß Oberhausen). Ebbers erzielte am Montag die ersten beiden Tore (24./28.) und holte den von Florian Bruns verwandelten Elfmeter zum 0:4 heraus (39.). Auch Bruns spielte früher für die Alemannia. Deniz Naki, der in der 35. Minute das 0:3 erzielte, stand im Sommer dicht vor einem Wechsel zur Alemannia. Den Endstand stellte Rouwen Hennings her (86.).

Während die Aachener mit nur einem Punkt 16. sind, schaffte St. Pauli den besten Saisonstart seit der Saison 2000/01. Auch damals gewannen die Hamburger die ersten beiden Spiele und stiegen letztlich in die Bundesliga auf.

Die in nur 15 Monaten für 50 Millionen Euro erbaute Arena, die erst vor wenigen Tagen komplett fertig gestellt wurde, erwies sich wie angekündigt als steil und laut. Die Euphorie unter den 32.960 Zuschauern schlug jedoch schnell in Empörung um. Zunächst erwies sich Pauli-Keeper Mathias Hain als Spielverderber und parierte gegen Szilard Nemeth (13.) und Thorsten Burkhardt (16.) glänzend.

Anschließend staubte Ebbers nach einem abgewehrten Bruns-Schuss aus kurzer Distanz ab und erzielte den ersten Treffer im neuen Tivoli. Dieser schockte die Gastgeber sichtlich, die danach bis zur Pause von einer Verlegenheit in die nächste fielen und nach 20 chaotischen Minuten mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine verabschiedet wurden. Auch nach dem Wechsel schienen die Beine der Alemannia-Spieler schwer.