2009.08.18 Neuss : Widerstand in Italien gegen Fankarte

Nach der Ankündigung, dass Tifosi nur noch mit einer Fankarte zu Asuwärtsspielen fahren dürfen, formiert sich in Italien Widerstand. Auch einige Klubs kritisieren die Einführung.

dok
Italienische Fans müssen sich zukünftig registrieren lassen

Einige italienische Klubs rebellieren gegen die Fankarte und warnen vor einer Kriminalisierung der Tifosi. Nach einem wegen der dauernden Randale in den Fußball-Stadien gefassten Beschluss des italienischen Innenministeriums müssen Anhänger künftig eine spezielle Karte besitzen, um Auswärtsspiele ihres Vereins besuchen zu dürfen.

"Die Fankarte erinnert an faschistische Methoden. Sie ist eine Maßnahme, die die Freiheit der Fans gefährdet", sagte der Präsident von US Palermo, Maurizio Zamparini, der Gazzetta dello Sport. Ähnlicher Ansicht ist der Präsident von Lazio Rom, Claudio Lotito. "Die Fankarte soll den Tifosi das Leben erleichtern und sie nicht kriminalisieren", sagte Lotito. Der Sportdirektor von AS Bari, Giorgio Perinetti, warnte vor der Gefahr, dass sich wegen der strengen Regeln immer mehr Fans von den Stadien abwenden.

Fans warnen vor Kriminalisierung

Anderer Meinung ist der italienische Regierungschef und Besitzer des AC Mailand, Silvio Berlusconi. "Die Fankarte wird verhindern, dass im Stadion Gewalttätigkeiten begangen werden. Die Tifosi, denen der wahre Fußball am Herzen liegt, werden zufrieden sein", sagte Berlusconi. Ab dem 1. Januar dürfen Anhänger nur dann mit ihrem Team mitfahren, wenn sie eine Fankarte erworben haben.

Die Maßnahme soll es einfacher machen, Randalierer zu identifizieren und ist Teil eines Maßnahmepakets gegen Gewalt im italienischen Fußball. Die Fankarte wird 7 Euro kosten. Außerdem sollen die Klubs mehr Sicherheitskräfte einsetzen, um Gewalttätigkeiten im Stadion zu verhindern.

Die Ultragruppen protestieren gegen die Einführung der Fankarte. Sie warnen vor einer Kriminalisierung der Fans und planen am 5. September eine Protestaktion gegen die Initiative des Innenministers.