2009.08.19 Neuss : Dietzsch-Abschied mit WM-Rekord und Quali-Pleite

Diskuswerferin Franka Dietzsch hat sich mit dem Qualifikations-Aus von der WM und der Leichtathletik verabschiedet, aber dennoch einen "Titel" geholt. Ein deutsches Trio kam weiter.

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Diskuswerferin Franka Dietzsch schied bereits in der Qualifikation aus

Mit dem ersten Wurf der Diskus-Qualifikation wurde Franka Dietzsch am Mittwoch um 11.49 Uhr beim zehnten WM-Start seit 1991 zusammen mit Portugals Geherin Susana Feitor zur Rekordteilnehmerin.

Mit ihrem letzten Wurf 36 Minuten später war um 12.25 Uhr das unwürdige Ende einer grandiosen Karriere besiegelt: Nach drei WM-Titeln 1999 in Sevilla, 2005 in Helsinki und 2007 in Osaka/Japan scheiterte die 41-Jährige mit schwachen 58,44m als 26. um 14 Plätze oder 1,65m am Vorstoß ins Diskus-Finale am Freitag.

"Jetzt ist es vorbei. Ich bin unendlich enttäuscht, aber irgendwie auch erleichtert", sagte die 41 Jahre alte Grande Dame der deutschen Leichtathletik, nachdem nur die 18 Jahre jüngere deutsche Meisterin Nadine Müller (Halle-Saale/61,63) das Finale erreicht hatte.

"Wollte unbedingt in Berlin starten"

Es wirkte, als stünde Dietzsch beim Verlassen des Stadions neben sich. Ein letztes Winken ins Publikum, ein letztes Schulterzucken. Ihre Miene wirkte ferngesteuert. "Ich halte mich emotional gut, oder? Das kommt später", weiß die Neubrandenburgerin.

Sie sagt: "Ich habe mich in den vergangenen Monaten mit jedem schlechten Wettkampf ein Stück weit mehr verabschiedet." Trotzdem gab die als Titelverteidigerin gesetzte Bankkauffrau den Traum vom Abschied vor Heim-Publikum nicht einfach auf. "Ich wollte unbedingt in Berlin starten und die große Bühne haben." Nun mache sie noch zwei, drei kleine Wettkämpfe in Deutschland, "aber international starte ich nicht mehr."

Verärgert war die Frau von der Insel Usedom über die eigene Leistung: Zwei Würfe ins Netz, dann schwach 58,44. "Ich kann es besser. Eine Medaille hätte ich hier zwar nicht geholt, aber das Finale locker erreichen können." Wie die gerade von einer Dopingsperre zurückgekehrte Athen-Olympiasiegerin Natalja Sadowa (Russland/37 Jahre).

Trio übersteht Qualifikation

Die erste Runde überstanden drei andere Deutsche. Der Olympia-Fünfte Raul Spank erreichte mit 2,30m in der Qualifikation das Hochsprung-Finale am Freitag (19.15 Uhr). Dabei schaffte er 2,27m erst im dritten Versuch.

Über 110m Hürden stehen zwei Deutsche im Halbfinale am Donnerstag (18.15 Uhr). Alexander John (Leipzig) erzielte in 13,41 die drittbeste Vorlaufzeit, ebenfalls Zweiter wurde Helge Schwarzer (Hamburg). Er lag in 13,66 vor Kubas Olympiasieger Dayron Robles, dem Oberschenkelprobleme zu schaffen machen. Dagegen schied der Offenburger Matthias Bühler als Sechster seines Rennens in 13,75 aus.

5000-m-Weltmeisterin Meseret Defar ist der erfolgreichen Titelverteidigung näher gekommen. Die 25-Jährige, Fünfte über 10. 000m, rannte in 15:16,46 Minuten als Vorlauf-Schnellste ins Finale am Samstag (19.35 Uhr). Wie über 10.000m fehlte die verletzte Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba (ebenfalls Äthiopien).