2009.08.19 Neuss : KSC entlässt Trainer Edmund Becker

Nach nur zwei Spieltagen hat Zweitligist Karlsruher SC Trainer Edmund Becker entlassen. Die Entscheidung wurde dem 43-Jährigen am Mittwochmorgen mitgeteilt.

dok
Edmund Becker ist nicht mehr Trainer des KSC

Der Karlsruher SC hat auf den Fehlstart in der 2. Bundesliga reagiert und Klub-Urgestein Edmund Becker entlassen. "Wir haben in den vergangenen Tagen intensive Gespräche im Präsidium, mit dem Management und auch dem Trainer geführt. Dabei sind wir zu dem Entschluss gekommen, die Zusammenarbeit zu beenden", erklärte KSC-Präsident Hubert H. Raase und fügte an: "Wir gehen nicht im Unfrieden auseinander."

Der Vertrag des 53 Jahre alten Trainers, der das Amt am 13. Januar 2005 übernommen hatte, lief ursprünglich noch bis zum Ende der Saison. Der Name Becker ist Jahrzehnte mit dem KSC verbunden. Von 1977 bis 1986 war er als Spieler aktiv und erzielte in 94 Erstliga- sowie 63 Zweitligabegegnungen 19 Tore. Vor seinem Engagement als Chefcoach war er seit Juli 1990 als Co- und Nachwuchstrainer tätig. Von Becker war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Dohmen: "Haben noch vergangene Saison im Hintergrund"

Dagegen äußerte sich Sportdirektor Rolf Dohmen zur überraschenden Trennung nach einem Punkt aus nur zwei Spielen. "Eigentlich ist nichts passiert bei zwei Spielen. Aber wir haben ja noch die vergangene Saison im Hintergrund. Und die Leistung in Paderborn war katastrophal", sagte Dohmen dem DSF mit Blick auf den Bundesliga-Abstieg und das 0:2 beim SC Paderborn, wollte aber keine weiteren Details nennen: "Die Ursachen, die dazu geführt haben, möchte ich nicht preisgeben."

Ebenfalls mit sofortiger Wirkung beurlaubt wurde der bisherige Co-Trainer Ralf Becker. Die Trainingseinheiten wird bis auf Weiteres KSC II-Coach Markus Kauczinski leiten. Kauczinski steht möglicherweise auch im Montagsspiel des KSC bei 1860 München (20.15 Uhr live bei Sky und im DSF) an der Seitenlinie, sollte bis dahin noch kein Nachfolger gefunden worden sein. "Wer am Montag auf der Bank sitzt, kann ich im Augenblick nicht sagen. Kauczinski ist eine Möglichkeit", sagte Dohmen. Auf der Suche nach einem Nachfolger wolle man sich nicht unter Druck setzen.

Nur ein Punkt aus zwei Spielen

Als ein Kandidat wird Friedhelm Funkel gehandelt, der nach seiner Trennung vom Erstligisten Eintracht Frankfurt nach der abgelaufenen Saison zurzeit ohne Verein ist. Aber auch der Name "Euro Eddy" Edgar Schmitt kursiert.

Ausschlaggebend für die Entlassung soll unter anderem ein Gespräch zwischen Mannschaftsrat, Dohmen und KSC-Vizepräsident Michael Steidel gewesen sein. Der KSC steht nach nur einem Punkt aus zwei Spielen auf Platz 15. Nach SID-Informationen ging der Coach nach der schlechten Nachricht zunächst Joggen und verabschiedete sich dann von einigen Spielern.

Becker führte den Klub 2007 zurück in die Bundesliga. In der vergangenen Spielzeit hatten die KSC-Verantwortlichen trotz des Abstiegs noch an Becker festgehalten. Doch nach dem Fehlstart in Liga zwei hatte Becker offenbar sämtlichen Kredit verspielt. Zum Saisonauftakt war der KSC nicht über ein glückliches 1:1 gegen Alemannia Aachen hinausgekommen, es folgte das 0:2 beim Aufsteiger Paderborn.