2009.08.20 Neuss : Labbadia geht kein Risiko ein

Trainer Bruno Labbadia vertraut heute im Europa-League-Qualifikationsspiel des Hamburger SV gegen den französischen Zweitligisten EA Guingamp auf eine eingespielte Elf.

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Keine Rotation gegen Guingamp: Bruno Labbadia

Keine Experimente: Trainer Bruno Labbadia vom Hamburger SV geht im Play-off-Hinspiel zur Gruppenphase der Europa League in einem kleinen gallischen Dorf auf Nummer sicher. Es wird keine Rotation in der Begegnung heute (18.45 Uhr live im DSF) beim zweitklassigen französischen Pokalsieger EA Guingamp geben. Auch wenn das Bundesliga-Spitzenspiel am Sonntag beim VfL Wolfsburg schon in den Hinterköpfen steckt, hat das Weiterkommen Priorität.

Schließlich sind die Einnahmen aus der zentral vermarkteten Gruppenphase bereits im Jahresetat einkalkuliert und es reizt das Finale am 12. Mai, das in der HSV-Arena ausgetragen wird: "Ein Endspiel im eigenen Stadion ist eine besondere Verlockung", erklärte bereits Vereinschef Bernd Hoffmann.

Rost muss passen - Jansen auch

So wird aller Voraussicht nach im Wesentlichen die Elf in der international 16.500 Zuschauer fassenden Arena in der bretonischen Provinz auflaufen, die am Samstag beim 4:1-Erfolg gegen Borussia Dortmund begeistert hat. Torwart Frank Rost, der an einer schmerzhaften Knochenhautentzündung an der Ferse laboriert, wird durch Wolfgang Hesl ersetzt. Für Labbadia ist das kein Problem: "Wir haben hundertprozentiges Vertrauen zu Wolfgang", sagte der Coach. Im Abschlusstraining am Mittwochabend verletzte sich auch Marcell Jansen. Der Nationalspieler muss nach einem Schlag aufs Knie ebenfalls passen.

Co-Trainer Eddy Sözer schaute sich Zweitligist Guingamp am vergangenen Freitag beim 0:0 gegen Angers an. "Wir wissen, was auf uns zukommt, und wir werden den Gegner sicher nicht unterschätzen", sagte Sözer, der die Disziplin des Gegners herausstrich: "Wir erwarten sie auch gegen uns eher defensiv."

"Ich weiß alles über den deutschen Fußball"

Da könnte er sich aber täuschen. Coach Victor Zvunka liebäugelt mit einer offensiven 4-3-3-Formation um die Hamburger zu überraschen. "Ich weiß alles über den deutschen Fußball, es ist wie in England, aber mit weniger Geld", meinte der Trainer, der nahe der deutschen Grenze aufgewachsen ist, "und wie in jedem Spiel kann jeder gewinnen."

Der bekannteste Name in seiner Mannschaft lautet Giresse. Thibaut Giresse ist der 28 Jahre alte Sohn des ehemaligen französischen Europameisters Alain Giresse. Im Fokus steht aber vor allem Verteidiger Bakari Kone aus Burkina Faso, der bereits dem FC Sunderland - und auch dem HSV - aufgefallen sein soll.

Die Favoritenrolle zwischen dem 146. im UEFA-Ranking und dem 13. aus Norddeutschland ist klar verteilt und mit entsprechendem Selbstvertrauen sind die Hanseaten in das mittelalterliche 9000-Seelen-Städtchen gereist. "Guingamp ist nicht gefährlich. Spielen wir wie gegen Dortmund, kann uns fast keiner schlagen", sagt Verteidiger Joris Mathijsen, "wir müssen dafür sorgen, dass wir es im Rückspiel leicht haben." Dann könnten sie auch wieder experimentieren und rotieren.