2009.08.21 Neuss : Alonso Schnellster im Freien Training

Fernando Alonso war bei seinem Heim-Grand-Prix in Valencia im Freien Training Schnellster. Auf den Plätzen folgten die beiden Brawns mit Button und Barrichello.

dok
Fernando Alonso überzeugte als Schnellster

Der Vertragsverlängerung bis 2011 folgte auf der Strecke noch nicht die Initialzündung im Titelrennen: Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel war im freien Training zum Großen Preis von Europa deutlich langsamer als sein wiedererstarkter WM-Rivale Jenson Button. Während sich Vettel am Freitag in Valencia mit Platz neun (1:40,723 Minuten) zufriedengeben musste, fuhr der britische WM-Spitzenreiter im Brawn-Mercedes mit mehr als einer halben Sekunde Vorsprung vor Vettel auf den zweiten Platz (1:40, 178).

Unterdessen hat auch die moralische Unterstützung von Michael Schumacher Ferrari-Ersatzpilot Luca Badoer nicht auf Touren gebracht. Der Italiener landete nur auf Rang 18 und war lediglich in der Boxengasse richtig schnell. Weil er am Nachmittag innerhalb gleich dreimal "geblitzt" wurde, muss er 5400 Euro Strafe zahlen.

Vettel will Titelchancen wahren

Angesichts von 23 Punkten Rückstand in der Gesamtwertung muss Vettel am Sonntag (14.00 Uhr/live bei RTL und Sky) unbedingt vor Button landen, um seine Chancen auf die WM-Krone zu wahren. Immerhin landete er noch fünf Plätze vor seinem australischen Teamkollegen Mark Webber, der in der Gesamtwertung noch vor Vettel (47 Punkte) mit 51,5 Zählern Zweiter hinter Button (70) ist.

So war am Freitag die Vertragsverlängerung bis Ende 2011 mit einer Option auf 2012 die einzige gute Nachricht für Vettel. Der 22 Jahre alte Heppenheimer vertraut weiter auf die Flügel von Red Bull und zeigt den Silberpfeilen die kalte Schulter. Mercedes muss sich damit bei der Suche nach einem deutschen Fahrer wohl endgültig auf Nico Rosberg (Wiesbaden) konzentrieren.

Vettel: "Bin fest von Stärke des Teams überzeugt"

"Es ist klar, dass sich eine Vertragsverlängerung nicht von heute auf morgen entscheidet. Ich freue mich, weiterhin Teil der Red-Bull-Familie bleiben zu dürfen. Ich war und bin fest von der Stärke des Teams überzeugt. Wir sind auf dem richtigen Weg. Das Team verleiht Flügel und ich möchte, dass meine noch weiter wachsen", sagte Vettel, dem die Vertragverlängerung sicher auch eine deutliche Gehaltserhöhung beschert.

Norbert Haug nahm Vettels Entscheidung sportlich. "Für das nächste Jahr hätte er ja ohnehin noch einen Vertrag gehabt. Daher war er aktuell kein Thema", sagte der Mercedes-Sportchef dem Sport-Informations-Dienst (SID). Williams-Pilot Rosberg sei im Gegensatz zu Vettel am Ende dieses Jahres frei, meinte Haug: "Da wird er sich bestimmt nach guten Teams umsehen."

Badoer erfüllt Hoffnungen nicht

Oder vielleicht sogar doch bei Williams bleiben, für das er am Freitag im Training auf Rang vier fuhr und damit vor mit Platz sechs überraschend starken Adrian Sutil (Gräfelfing/Force-India-Mercedes) bester Deutscher war. Timo Glock aus Wersau kam im Toyota auf Rang 15, Nick Heidfeld aus Mönchengladbach im BMW-Sauber auf Position 17.

Unterdessen erfüllte der 38 Jahre alte Badoer noch nicht die Hoffnungen, die nach dem geplatzten Comeback von Schumacher als Ersatz für den verletzten Brasilianer Felipe Massa in ihn gesetzt wurden. Er war knapp 1,4 Sekunden langsamer als Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) und schaffte es lediglich, den erst 19 Jahre alten "Frischling" Jaime Alguersuari (Spanien) im Toro-Rosso-Ferrari und Weltmeister Lewis Hamilton hinter sich zu lassen. Der britische McLaren-Mercedes-Pilot war aber wegen eines beschädigten Frontflügels nur eine schnelle Runde gefahren.

Vielleicht gibt die Vertragsverlängerung Sebastian Vettel am Sonntag doch noch einen ähnlichen Schub wie zuletzt Webber. Dessen Vertrag wurde im Juli am Donnerstag vor dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring um ein Jahr bis Ende 2010 verlängert, drei Tage später gewann der Australier dann in der Eifel sein erstes Formel-1-Rennen.