2009.08.21 Neuss : Staat greift argentinischer Liga unter die Arme

Mit umgerechnet 110 Millionen Euro unterstützt der argentinische Staat die heimische Liga. Nach Kündigung der TV-Verträge hatte sich der Ligastart zuvor um eine Woche verzögert.

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Argentiniens Liga erhält Staatshilfen

Alle Fußball-Erstligaspiele live im frei empfangbaren Fernsehen. Was sich für den deutschen TV-Markt wie ein utopisches Szenario anhört, ist seit Donnerstag in Argentinien Realität. Möglich macht es die Regierung von Staatspräsidentin Cristina Kirchner, die dem nationalen Verband AFA für die Aufkündigung der minder dotierten Verträge mit den Privatsendern zehn Jahre lang umgerechnet 110 Millionen Euro in die Tasche stecken wird.

"Die Regierung will den Klubs helfen, die zwar Millionengeschäfte tätigen, aber arm sind", erklärte Kirchner bei einer Versammlung am AFA-Sitz vor 800 geladenen Gästen, darunter auch Nationaltrainer Diego Maradona. Die Profiklubs im Land des zweimaligen Weltmeisters schieben eine riesige Schuldenlawine vor sich her. Gläubiger sind neben dem Fiskus vor allem Spieler, deren Gehälter ausstehen.

Der Verband erhält nicht nur eine Geldspritze, sondern auch die Möglichkeit, die TV-Übertragungen zu kontrollieren und zu kommerzialisieren. Mögliche Überschüsse aus der Vermarktung kommen dem Fußball, aber auch den anderen olympischen Sportarten zugute. Nach der Einigung mit der Regierung startet die Meisterschaft nun am Wochenende mit einwöchiger Verspätung.

Zum Vergleich: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) als Rechtevergeber wird bis 2013 dank der Zusammenarbeit mit dem Premiere-Nachfolger Sky sowie den Free-TV-Sendern ARD, ZDF und DSF pro Saison 412 Millionen Euro einnehmen.