2009.08.26 Neuss : "Ich bin nur noch einer von Vieren"

Der ehemalige Einer-Weltmeister Marcel Hacker wird bei der Ruder-WM in Posen im Doppelvierer an den Start gehen."Wir sind als Team zusammengewachsen", so Hacker im SID-Interview.

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Marcel Hacker (v.) startet bei der Ruder-WM im Doppelvierer

Zehn Jahre lang hat sich Marcel Hacker von seinen Mannschaftskollegen isoliert. Nach seinem enttäuschenden Aus im Halbfinale bei den Olympischen Spielen in Peking wechselte der Ex-Weltmeister im Einer-Rennen in ein Mannschaftsboot und startet bei der WM in Posen/Polen im Doppelvierer. Nun will sich der ehemalige "Eigenbrötler" unterordnen, schließt aber eine Rückkehr in den Einer nicht aus.

SID: "Sie wirken trotz des bevorstehenden Halbfinals im Doppelvierer entspannt. Täuscht der Eindruck?"

Marcel Hacker: "Nein. Es läuft gut. Wir sind als Team zusammengewachsen. Meine größte Angst war, wie nimmt das Team mich auf? Das ist aber kein Problem."

SID: "Sie sitzen nach knapp zehn Jahren wieder in einem Mannschaftsboot. Sie haben in der Vergangenheit den Einer in Deutschland dominiert. Bereuen Sie den Wechsel?"

Hacker: "Ich bereue den Schritt nicht. Ich stehe nicht mehr so im Fokus. Ich bin froh, dass es etwas weniger ist. Ich bin nur noch einer von Vieren. Ich bin natürlich aufgrund meiner Vergangenheit eine Persönlichkeit, aber das steht auf einem anderen Blatt. Hier ordne ich mich unter."

SID: "Trotzdem haben Sie angedeutet, dass Sie sich auch wieder einen Wechsel in den Einer vorstellen können. Ist da schon eine Entscheidung gefallen?"

Hacker: "Für die kommende Saison gibt es noch keine konkreten Planungen. Vielleicht fahre ich noch ein Jahr Vierer. Es ist aber noch alles offen, ich möchte mich nicht festlegen. Aber egal, wo ich fahre, ich möchte Teil des gesamten Teams sein. Den Eigenbrötler Hacker gibt es nicht mehr."

SID: "Schauen Sie sich denn die Einer-Rennen hier bei der WM an?"

Hacker: "Natürlich blicke ich noch auf den Einer. Ich schaue mir die Rennen im Liveticker an. Ein bisschen Wehmut ist schon dabei. Ich muss mich aber auf meine Rennen konzentrieren. Ich hoffe aber, dass ich irgendwann in das Geschäft wieder reinkomme."

SID: "Jetzt geht es aber erst einmal um den Doppelvierer. Was ist möglich?"

Hacker: "Die Konkurrenz ist stark. Aber in erster Linie müssen wir unser Ding durchziehen und erst einmal die Endlaufteilnahme absichern."