2009.08.26 Neuss : Stuttgart erfüllt die Pflichtaufgabe

Der VfB Stuttgart hat sich in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Timisoara dank des Hinspiel-Siegs durchgesetzt. Im Rückspiel reichte den Schwaben ein torloses Remis.

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Alle(s) im Griff: Die Stuttgarter Ludovic Magnin (l.) und Sebastian Rudy (r.) gegen Winston Parks

Der VfB Stuttgart hat den Geldschrank geknackt und ist als drittes deutsches Team in die Gruppenphase der Champions League eingezogen.

Ohne den verletzten Mittelfeld-Star Alexander Hleb reichte im Play-off-Rückspiel ein 0:0 gegen den rumänischen Vizemeister FC Timisoara, um sich Einnahmen von etwa 20 Millionen Euro zu sichern. Den Grundstein für die dritte Qualifikation für die Fußball-Königsklasse binnen sechs Jahren hatte das Team von Markus Babbel mit einem 2:0 im Hinspiel gelegt.

"Wir haben hinten gut gestanden und durften kein Gegentor kriegen. Wenn wir eins erzielt hätten, das wär natürlich gut für die Zuschauern gewesen. Doch heute war das Ergebnis wichtig, es zählte nur das Weiterkommen", meinte VfB-Sportvorstand Horst Heldt und Teamchef Markus Babbel ergänzte: "Ich freue mich für die Jungs. Wir haben heute die Leistungen aus der letzten Bundesliga-Saison bestätigt. Jetzt sind wir alle nur stolz."

In Rumänien hatte Hleb mit einem Traumtor geglänzt, vor 20.500 Zuschauern in Stuttgart wurde die Kreativität des am Oberschenkel lädierten Weißrussen jedoch vermisst. Die Gastgeber diktierten über weite Strecken die Partie, hatten mit dem Höhepunkt eines Pfostenschusses von Hleb-Ersatz Sebastian Rudy (58.) auch die besseren Chancen, scheuten jedoch das letzte Risiko und konnten somit kaum glänzen.

Harmlose Gäste

Das war aber auch gar nicht nötig, denn die Gäste entpuppten sich über weite Strecken als harmloser Kontrahent, der den Schwaben den Weg zu Traumduellen wie Real Madrid, Manchester United oder dem Inter Mailand nicht besonders schwer machte. Die Gruppenauslosung findet am Donnerstag (18.00 Uhr/live bei Sky, N24 und ran.de) in Monaco statt.

Stuttgart, das in den letzten 15 Europacup-Duellen nach einem Hinspiel-Sieg jeweils weitergekommen war, war sichtlich bemüht, das Spiel mit langen Ballstafetten zu kontrollieren und zu beruhigen. Nach 13 Minuten verfehlte ein Schuss der Gäste von Arman Karamayan nur knapp das Gehäuse. Das war es dann auch mit der Angriffsherrlichkeit der Rumänen, die auf Kapitän Dan Alexa und den ebenfalls gesperrten Linksverteidiger Artavazd Karamyan verzichten mussten.

Hitzlsperger überzeugt

Die Gastgeber um den starken Kapitän Thomas Hitzlsperger hatten das Spiel im Griff und kamen über die Flügel immer wieder vor das Tor von Timisoara. Der flinke Timo Gebhart prüfte nach sehenswerten Einzelaktionen (26./44.) den nicht immer sicher wirkenden Gäste-Keeper Costel Pantilimon. Auch Ciprian Marica verpasste gegen seine rumänischen Landsleute gute Torgelegenheiten (41./45.). Gegen Ende der zweiten Hälfte gerieten die Gastgeber zunehmend unter Druck, mussten allerdings nur einmal bei einer Chance für Gheorghe Bucur (67.) wirklich zittern.

Der VfB, der für die beiden Play-off-Spiele gegen Timisoara bereits 2,1 Millionen Euro kassierte, will nun bis zum Transferschluss am 31. August noch mindestens einen Spieler verpflichten. Von der 35-Millionen-Euro-Ablöse für Mario Gomez von Bayern München steht noch ein Großteil zur Verfügung, dazu kommt nunmehr der Geldregen aus der Gruppenphase der Königsklasse. Im Gespräch sind unter anderem Milan Jovanovic (Standard Lüttich) und Christian Poulsen (Juventus Turin).

Mit Stuttgart, Bayern München und dem VfL Wolfsburg sind wieder drei deutsche Teams in der Gruppenphase der Königsklasse vertreten. Zuletzt war das vor zwei Jahren der Fall - damals waren die Schwaben ebenfalls dabei und schieden als Tabellenletzter ihrer Gruppe aus.