2009.08.26 Neuss : Zeller bewahrt Hockey-Herren vor Blamage

Top-Torjäger Christopher Zeller hat Deutschlands Hockey-Herren im letzten EM-Vorrundenspiel gegen Aufsteiger Österreich den Sieg gerettet. Im Halbfinale geht es nun gegen Spanien.

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Christopher Zeller (2.v.r.) bewahrte die deutschen Hockey-Herren vor der Blamage

Die deutschen Hockey-Herren sind im bedeutungslosen letzten Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft beim 3:1 (1:0)-Erfolg nach einer ganz schwachen Leistung gegen Aufsteiger Österreich nur knapp einer peinlichen Blamage entgangen.

Benjamin Weß (27.) und Top-Torjäger Christopher Zeller (60., 61.) mit einem Doppelschlag schossen die Tore für den Weltmeister und Olympiasieger, dessen Halbfinaleinzug bereits vor der Partie feststand. Für Aufsteiger Österreich war Peter Proksch in der 44. Minute erfolgreich.

Im Halbfinale am Freitag (19.00 Uhr) kommt es nun zu einer Neuauflage des olympischen Endspiels von Peking gegen Spanien. In der bislang in Amsterdam gezeigten Form ist das verjüngte Team von Bundestrainer Markus Weise gegen die starken Iberer, die in ihrem Gruppenspiel Gastgeber Niederlande mit 3:0 bezwingen konnten, allerdings chancenlos. Das andere Vorschlussrundenspiel bestreiten Titelverteidiger Niederlande und England.

Ratlosigkeit nach dem Spiel

Nach dem Schlusspfiff saßen die deutschen Spieler minutenlang schweigend auf der Ersatzbank. "Ich bin ratlos über diese Leistung", sagte Bundestrainer Markus Weise, der dann das einzig Positive ansprach: "Unsere Aufgabe war es, durch den Halbfinaleinzug die Qualifikation für die WM 2010 zu erreichen. Diese Pflicht haben wir erfüllt."

Vor der Partie gegen die Österreicher, die vom Berliner Frank Hänel trainiert werden, waren in der Gruppe A im Prinzip schon alle Entscheidungen gefallen. Durch den 8:2-Kantersieg der Engländer zuvor gegen Belgien stand das deutsche Teams bereits sicher im Halbfinale, um die punktgleichen Briten allerdings noch von Platz eins zu verdrängen, wäre ein 11:0-Sieg gegen die Österreicher nötig gewesen.

"Das war schon eine schwierige Ausgangslage, es war von der Motivation her schwer", meinte Verteidiger Benjamin Weß, "solch ein Auftritt im Halbfinale wäre jedenfalls überhaupt nicht gut."

"Körpersprache wie ein Waschlappen"

Die deutsche Mannschaft ließ es in der Partie eher gemächlich angehen. Der Auftritt des Olympiasiegers wirkte auf einige Beobachter pomadig und ohne den letzten Einsatz. "Einige Spieler haben eine Körpersprache wie ein Waschlappen", meinte der Bundestrainer Wissenschaft, Ulrich Forstner, in der Pause auf der Tribüne.

Trainer Weise schaute mit zunehmender Spieldauer immer missmutiger drein. Die abschließende Partie war der bisherige Tiefpunkt in dem Turnier, in dem seine Spieler ihre Form noch nicht gefunden haben. "Wir haben bislang nicht so recht reingefunden", sagte Weise, "es ist überhaupt noch nicht gut gelaufen."

Im zweiten Durchgang ließ sein Team zwischenzeitlich sogar den Ausgleich für die Österreicher zu, die in der Weltrangliste nur an Position 22 geführt werden und erstmals an einer Europameisterschaft teilnehmen. Erst Zellers drittes Turniertor nach einer Strafecke zehn Minuten vor Schluss brach endgültig den Widerstand der "Ösis".