Der Tagesspiegel : 3. Ein Patriot, der Hotelier wurde

Er war einer der ganz Großen seines Landes, das damals noch von einer auswärtigen Macht beherrscht wurde. Mit Luxus hatte er zunächst nicht viel zu tun - er zog als 14jähriger in die Wirtschaftsmetropole seines Landes, um sein Studium zu absolvieren und danach in das Handelsunternehmen des Vaters einzutreten. 1868 gründete er mit 29 Jahren seine eigene Handelsgesellschaft - der Anfang einer wunderbaren Karriere als Unternehmer und Industrieller. Er hatte recht früh erkannt, dass sein Land nur dann unabhängig werden kann, wenn es auf eigenen wirtschaftlichen Beinen steht. Daher hat er die Industrialisierung vorangetrieben. Als erfolgreichen Geschäftsmann ärgerte es ihn, dass die fremden Herren im Lande ihm und seinen Landsleuten den Zugang zu den ersten Hotels der Stadt verwehrten. Also entschloss er sich, sein eigenes Hotel zu bauen, das sich an internationalem Standard orientierte und in dem er und seine Landsleute sich frei treffen und Geschäfte abschließen konnte. Es war wohl das einzige Luxushotel der Welt, das aus politischen Gründen gebaut worden ist. Einen Teil seines Reichtums gab er in Form von Stiftungen an die Bevölkerung zurück, ein Prinzip, dem die Familie bis heute treu geblieben ist. Eine Stadt ist nach ihm benannt. Als er sich zur Behandlung nach Deutschland begab, starb er dort im Alter von 65 Jahren. Das Hotel an der Wasserfront jener quirligen Metropole ist im vergangenen Jahr wegen eines fürchterlichen Ereignisses in die Schlagzeilen geraten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben