Der Tagesspiegel : 3. Ein Tüftler, der seinen Weg ging

Geboren in Berlin, verschlug es ihn alsbald nach Ostpreußen, wo sein Vater eine Arbeit annahm. Zum Studium kehrte er zurück in seine Heimatstadt und schrieb sich für Maschinenbau ein. Henry Fords Autobiografie hat er angeblich geradezu verschlungen. Doch die strikten Regeln und Vorgaben in der Ingenieurswissenschaft waren dem künstlerisch Begabten, der sich mit Fotografie und Malerei befasste, zuwider. Er beschloss, Architekt zu werden und wechselte das Studienfach. Aber auch darin fühlte er sich bald unwohl, denn die großen Entwürfe, die er gern gemacht hätte, waren nicht gefragt. Noch einmal wechselte er und machte in den dreißiger Jahren sein Diplom. Den Krieg überstand er fern der Front. Er war zu wichtig, als dass er seine Firma hätte verlassen können. Das stand zumindest in dem Attest, das ihm Freunde verschafften. Auf den Dialog mit Experten in anderen Ländern musste er in dieser Zeit jedoch verzichten und weitgehend allein vor sich hintüfteln. Im letzten Kriegsjahr heiratete er, fünf Kinder zogen die Eheleute groß. Eines davon trat in des Vaters Fußstapfen und führte sein Werk fort, das heute in fast jedem Haushalt genutzt wird. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum er in diesem Jahr gefeiert wird. Er wurde 85 Jahre alt.

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