Der Tagesspiegel : 7. Ein Mann, der irrte und Großes leistete

Der Gesuchte "genoß die allgemeinste Anerkennung, nicht nur seiner Arbeiten, sondern auch seines reinen Charakters wegen. Er blieb den, seine Berliner Fachgenossen bewegenden Streitfragen möglichst fern und erlangte dadurch eine große Autorität für seine Ansichten, die ihn doch nie zur Arroganz verleitete", heißt es in einem alten biografischen Eintrag. Sein Vater führte ihn bereits recht früh in die Wissenschaft ein und weckte damit das Interesse des intelligenten Jungen, der sich dann auch prompt für das Fach einschrieb, das er durch seine Forschungen wesentlich voranbringen sollte. Dass er dabei einer Lehre anhing, die sich alsbald als überholt herausstellen sollte, ändert nichts an seinen Verdiensten.
Ihm ist es wohl auch zu verdanken, dass zum ersten Mal das Mikroskop auch auf seinem Fachgebiet Verwendung fand - heute eine Selbstverständlichkeit. Seine Forschungen erwiesen sich als durchaus nützlich für die Allgemeinheit. Die Entdeckung der heilenden Wirkung einer Quelle brachte seiner Heimatstadt Vorteile. Und auch die Beschäftigung mit einer bestimmten, unscheinbaren Pflanze hatte enorme wirtschaftliche Folgen für seine Zeit, wenngleich es sein Schüler war, der die entscheidenden Schritte zur kommerziellen Vermarktung einleitete.
Wegen seiner Verdienste wurden ihm ein Laboratorium und eine Dienstwohnung zur Verfügung gestellt. Er starb im Alter von 73 Jahren in seiner Heimatstadt, die er nur zu Studienzwecken im In- und Ausland verlassen hatte.

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