A 113 : Angst vor dem Stau schon vor der Eröffnung

Morgen wird die neue A 113 in Betrieb genommen. Der ADAC befürchtet eine starke Zunahme des Verkehrs auf der Stadtautobahn.

Klaus Kurpjuweit
autobahn Foto: Rückeis
Die A 113 verbindet die Stadtautobahn mit dem Berliner Ring. Sie hat 406 Millionen Euro gekostet. -Foto: Rückeis

BerlinIn nur 25 Minuten vom Kurfürstendamm zum Flughafen Schönefeld – oder verharren im Dauerstau auf der Autobahn? Was die neue Autobahn A 113, deren letzter Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Adlershof und dem neuen Dreieck Waltersdorf am morgigen Freitag eröffnet wird, den Autofahrern bringen wird, ist umstritten. Optimisten hoffen, auf den drei Fahrspuren je Richtung in Zukunft schneller voranzukommen. Pessimisten aber befürchten, dass es vor allem auf der Stadtautobahn zum Superstau kommen wird. Nadelöhre könnten vor allem die Dreiecke in Neukölln und am Funkturm werden.

Schon heute sei der Stadtring A 100 mit rund 150.000 Fahrzeugen am Tag die meistbefahrene Autobahn in Deutschland, heißt es beim ADAC. Bereits jetzt kommt es hier regelmäßig zu Engpässen. Bei Staugefahr musste auch schon unzählige Mal der Tunnel Britz gesperrt werden. Mit der Eröffnung der A 113, die das Dreieck Neukölln über den Flughafen in Schönefeld und das Waltersdorfer Dreieck mit dem südlichen Berliner Ring verbindet, werde auch der Verkehr auf dem Stadtring weiter zunehmen, ist der ADAC überzeugt.

Und der große Andrang steht ja noch bevor. Wenn Schönefeld zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) ausgebaut ist und dann auch die Passagiere, die heute noch über Tegel fliegen, über die Autobahn nach Schönefeld fahren, müsse man befürchten, dass dann „nichts mehr geht“, heißt es beim ADAC.

Die Flughafenplaner hatten angenommen, dass fast die Hälfte der weit über 20 Millionen Passagiere, die bereits nach der Eröffnung pro Jahr über den BBI fliegen werden, mit Zügen zum Flughafen hin oder von dort weg fahren werden. Doch die vorgesehene schnelle Bahnverbindung mit einer Fahrzeit von etwa 20 Minuten wird es vorläufig nicht geben, weil die dafür erforderliche Verbindung über die Dresdner Bahn nicht fertig sein wird, falls BBI wie angenommen Ende 2011 in Betrieb geht. Und auch bei der S-Bahn wird es bis 2013 wegen Bauarbeiten am Ostkreuz keine umsteigefreie Verbindung aus der Innenstadt zum BBI geben, so dass als schnelle Route zunächst nur die Autobahn bleibt – falls sie staufrei ist.

Doch erwartet der ADAC auch, dass die A 113 zusätzlichen Fernverkehr anlocken werde, der bisher auf dem Berliner Ring um die Stadt herumgefahren ist. Von morgen an gibt es mit der A 113 eine wesentlich kürzere Verbindung auch für Lastwagen zwischen Polen, Tschechien sowie Sachsen und dem Raum Hamburg sowie Nordeuropa. Wie stark der Verkehr hier wachsen werde, lasse sich aber nur schwer schätzen, heißt es beim ADAC.

Zunehmen werde die Belastung auf der A 100 auf jeden Fall spätestens dann, wenn der Stadtring A 100 wie geplant bis zum Treptower Park verlängert ist. Hier läuft derzeit das Genehmigungsverfahren. Fachleute vermuten, dass dann zusätzlich etwa 50 000 Autos über das Dreieck Neukölln fahren werden.

Der Leiter der Verkehrsabteilung bei der Stadtentwicklungsverwaltung, Friedemann Kunst, ist dagegen überzeugt, dass die Stadtautobahn den zusätzlichen Verkehr weitgehend staufrei aufnehmen kann. Bei der Planung seien alle Punkte, die der ADAC anführt, berücksichtigt worden. Auch der Durchgangsverkehr werde kaum zunehmen, weil zumindest tagsüber die Fahrt durch die Stadt über die Autobahn nicht schneller sei als über den Ring. Die Autobahn werde auch nicht mehr Verkehr erzeugen, sondern vor allem Stadtstraßen entlasten. Deshalb sei der Bau der A 113 richtig gewesen. Dieser wurde bereits 1994 beschlossen – noch bevor klar war, dass Schönefeld zum BBI ausgebaut wird. Die Planer wollten zusätzlich zur Avus eine weitere Verbindung zum südlichen Berliner Ring schaffen.

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