A380-Verzögerungen : Ex-EADS-Co-Chef macht Hamburger Werk verantwortlich

Der ehemalige EADS-Co-Chef Noël Forgeard sieht die Schuld für die Lieferverzögerungen des A380 beim Hamburger Airbus-Werk. Die Verantwortlichen hätten aus "unangemessenen Stolz" die Produktionsprobleme verschwiegen.

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Ehemaliger EADS-Co-Chef Noël Forgeard: Schwierigkeiten im Hamburger Werk wurden verschwiegen. -Foto: ddp

ParisEr glaube, dass Schwierigkeiten "auf sehr lokaler Ebene" verschwiegen worden seien, sagte Forgeard der Tageszeitung Le Figaro". "Die Verantwortlichen im Hamburger Werk haben nichts gesagt, weil sie glaubten, sie könnten die Probleme alleine lösen." Es sei ein Fall von "unangemessenem Stolz" gewesen. Vor allem Probleme bei der komplizierten Verkabelung des Großflugzeugs A380 hatten zu den Lieferverzögerungen geführt und den Mutterkonzern EADS in eine tiefe Krise gestürzt.

"Alle Werke außer einem" hätten den Zeitplan eingehalten, sagte Forgeard. Er habe nicht verstanden, wie es zu der Verzögerung mit Kosten in Höhe von fünf Milliarden Euro habe kommen können. "Ich kann mir nicht erklären, warum die Airbus-Führung und das Hamburger Werk es nicht früher mitgeteilt haben." Die Verzögerungen seien stückweise bekannt gegeben worden. Im März 2006 seien keine Mehrkosten angegeben worden. Im Juni seien es dann zwei Milliarden Euro gewesen und im September 2006 fünf Milliarden. "Das ist unglaublich."

Zugleich wies Forgeard Vorwürfe des illegalen Aktienhandels bei dem Luftfahrtkonzern zurück. "Es gab mit Sicherheit keinen Insiderhandel seitens der Führungskräfte von Airbus oder EADS", sagte er. In Frankreich gehen Börsenaufsicht und Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, die Konzernspitze sowie die Großaktionäre Lagardère und Daimler-Chrysler könnten heimliches Wissen um Probleme bei Airbus zu Geld gemacht haben. (mit AFP)