Der Tagesspiegel : Aachen holt Japans „Trainer des Jahres“ Guido Buchwald wird Coach der Alemannia

Aachen - Der frühere Weltmeister Guido Buchwald soll den Zweitligisten Alemannia Aachen zurück in die Bundesliga führen. Der 46 Jahre alte ehemalige Nationalspieler wird beim Erstliga-Absteiger in den kommenden Tagen einen bis zum 30. Juni 2009 datierten Vertrag als Cheftrainer unterschreiben. Bereits am Mittwoch wird die Alemannia den Nachfolger von Michael Frontzeck offiziell vorstellen.

„Die Aufgabe hier bei der Alemannia reizt mich sehr. Schön, dass es geklappt hat“, sagte Buchwald, für den Aachen die erste Station als Chefcoach in Deutschland nach drei erfolgreichen Jahren in Japan ist. Am 26. Juni wird er erstmals das Training leiten.

Mit Buchwald hat der Verein nach dem Rücktritt von Frontzeck offenbar seinen Wunschkandidaten gefunden. Sportdirektor Jörg Schmadtke jedenfalls ist von den Qualitäten Buchwalds überzeugt. „Wir haben gute Gespräche geführt. Buchwald ist ein integrer Typ, darüber hinaus passt er sehr gut zur Alemannia“, erklärte Schmadtke.

Auch Buchwald hat ein „sehr gutes Gefühl“. In zahlreichen Gesprächen hat er den Verantwortlichen in Vorstand und Aufsichtsrat sein sportliches Konzept vorgestellt. „Er ist ein besonnener Mann mit klaren Vorstellungen und der nötigen Erfahrung als Cheftrainer. Er hat einen äußerst positiven Eindruck hinterlassen, und wir freuen uns, trotz des Abstiegs einen so hochkarätigen Mann für die Alemannia gefunden zu haben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Breuer.

Buchwald verbrachte mit seiner Frau Sabrina und seinen beiden Söhnen die letzten drei Jahre in Japan, wo er als Trainer der Urawa Red Diamonds in der J-League arbeitete. Nach zwei Vizemeisterschaften holte das Team im Vorjahr mit dem Gewinn von Meisterschaft und Kaiserpokal das Double. Dank dieser Erfolge wurde Buchwald in Japan zum „Trainer des Jahres 2006“ gekürt.

Bereits 1994, vier Jahre nachdem Buchwald mit der deutschen Elf Weltmeister geworden war, war der in Berlin geborene Schwabe zum ersten Mal in Japan tätig – als Spieler der Urawa Red Diamonds. 1998 kehrte er nach Deutschland zurück, ging jedoch sechs Jahre später als Trainer abermals nach Japan. Anfang dieses Jahres entschied sich Guido Buchwald aus familiären Gründen dazu, wieder nach Deutschland zu kommen.

Die Nachricht von der Verpflichtung Buchwalds war unter kuriosen Umständen bereits am späten Montagabend an die Öffentlichkeit gelangt. Kurz nach 22 Uhr wurde die Meldung von einem Unbekannten per E-Mail an zahlreiche Redaktionen gesendet. Bereits in den vergangenen Wochen waren bei den Aachenern vertrauliche E-Mails und sogar Vertragsinhalte bei Zeitungen gelandet. Die Alemannia stellte deswegen bereits Strafanzeige gegen unbekannt. dpa/Tsp