Abfallwirtschaft : Der "Grüne Punkt" auf der Kippe

Das Duale System in Deutschland gerät immer mehr in die Defensive. In einer Studie des Wirtschaftsministeriums werden dem "Grünen Punkt" zu hohe Kosten vorgeworfen. Die Glos-Behörde will die entsprechenden Reglungen "grundlegend überdenken".

Grüner Punkt Foto: ddp
Bald in der Tonne? Das Duale System Deutschland (DSD). -Foto: ddp

Experten des Bundeswirtschaftsministeriums empfehlen einem Pressebericht zufolge, den "Grünen Punkt" abzuschaffen. Das Duale System Deutschland (DSD) sei "nach 16 Jahren ökonomisch und ökologisch überholt", zitierte die Zeitschrift "Capital" vorab aus einem internen Bericht, den Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Auftrag gegeben haben soll. Die "Gelbe Tonne" sei nach wie vor die teuerste Option, insbesondere bei der Kunststoffverwertung. Sie koste rund 1300 Euro pro Tonne Abfall und damit 13 Mal so viel wie die "hochwertige thermische Verwertung" in modernen Müllheizkraftwerken, heißt es dem Bericht zufolge weiter in dem Papier.

Die Autoren des internen Papiers schlagen Glos daher dem Bericht zufolge vor, die Entsorgung von Verpackungen und Kunststoffen ähnlich wie bei Elektroschrott über eine private Entsorgungsfirma zu organisieren. Dieses System könne über einen Fonds finanziert werden, in den alle Hersteller und Händler je nach Verpackungsmenge einzahlten. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums dementierte das Vorliegen des internen Berichts. "Es gibt eine Diskussion über die Verpackung in Deutschland, aber keine konkreten Überlegungen". Derzeit lägen keine konkreten Alternativvorschläge zum DSD vor. Das Ministerium sei aber der Überzeugung, dass die Regelungen der Verordnung "grundlegend überdacht werden" müssten. (mit AFP)