Der Tagesspiegel : Abnehmen macht Kinder gesünder Risiko für Herzleiden im späteren Leben sinkt

Spezielle Therapien können übergewichtigen Kindern erfolgreich beim Abnehmen helfen und das Risiko senken, später am Herzen zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Ulm, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München vorgestellt wurde. Erhebungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sind in Deutschland 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig, weitere 800 000 leiden unter Fettsucht.

Die Ulmer Forscher untersuchten, wie sich unterschiedliche Behandlungsformen auf die Gesundheit von dicken Kindern auswirkten. Erhoben wurden die Daten von 1916 Kindern und Jugendlichen zwischen acht und 16 Jahren. 55 Prozent von ihnen konnten durch die Therapie abnehmen. Dabei hätten Kinder, die in stationären Reha-Einrichtungen betreut wurden, mehr Pfunde verloren als Patienten ambulanter Einrichtungen, berichtete Ulrike Hoffmeister von der Universität Ulm. Die jungen Patienten bekamen in der Therapie eine Diät verordnet, erhielten psychologische Betreuung und nahmen an Ernährungsschulungen sowie Bewegungsprogrammen teil.

Durch die Therapie konnten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert werden. 26 Prozent der Kinder und Jugendlichen hatten zu Studienbeginn zu hohen Blutdruck, nach der Therapie waren es nur noch 17 Prozent. 37 Prozent der Untersuchten hatten erhöhte Blutfettwerte, die bei neun Prozent gesenkt werden konnten.

Auf dem Kongress informieren sich bis Mittwoch mehr als 25 000 Herzspezialisten über neue Forschungsergebnisse und Behandlungsmethoden. dpa

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