Der Tagesspiegel : Acht Jahre Gefängnis für Spandauer Schläger

Berlin - Das Vorstrafenregister des 24-jährigen Mannes aus Spandau war bereits lang, als er im Oktober 2005 erneut zuschlug. Bei drei Überfällen sei er wieder mit „großer Brutalität“ gegen die Opfer vorgegangen, hieß es gestern im Urteil. Die Strafe für Manuel H. fiel deutlich aus: Wegen Raubes, schwerer räuberischer Erpressung, und Körperverletzung wurde der Mann mit dem kahlem Kopf zu acht Jahren Haft verurteilt.

H. habe bei geringfügigen Anlässen losgeschlagen, sagte der Vorsitzende Richter. Er gehörte zu den Angreifern, die in einer Grünanlage in Spandau einen 24-jährigen Mann mit einer Baseballkeule schwer verletzten. Beide kannten sich flüchtig. „Aus dem Fußballstadion“, erzählte das Opfer. Sie hätten erst gemeinsam Bier getrunken und über Sport geredet. Warum er angegriffen worden sei, könne er sich nicht erklären. Er erlitt schwere Verletzungen am Bein.

In einem anderen Fall überfielen H. und der mitangeklagte 29-jährige Marc O. einen Mann in dessen Wohnung. Als das Opfer die Tür öffnete, schlug H. sofort zu. Sein Komplize wickelte sich eine Eisenkette ums Handgelenk und schlug Richtung Kopf des Opfers. Sie raubten schließlich 50 Euro, einen DVD-Player, Kleidungsstücke und Lebensmittel. Der attackierte Mann erlitt eine Nasenbeinfraktur, Prellungen am Kopf sowie eine Platzwunde über dem rechten Auge.

Beide Angeklagte waren im Prozess teilgeständig. Bestritten hatten sie den Einsatz eines Baseballschlägers. Für Manuel H. sei die verhängte Haftstrafe die letzte Chance, hieß es im Urteil. Sollte er nach seiner Entlassung erneut eine schwere Tat begehen, drohe ihm Sicherungsverwahrung. Gegen den an zwei Überfällen beteiligten O. ergingen viereinhalb Jahre Haft. Er stand erstmals vor Gericht. K. G.

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