Der Tagesspiegel : Acht Jahre Haft für Mordauftrag

Frau wollte Ehemann töten lassen

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Das Opfer wollte es nicht glauben. Seine Ehefrau könne manchmal „ein kleines Luder“ sein, aber doch keine „große Verbrecherin“, sagte der 67jährige Mann zu Beginn des Prozesses. Das Berliner Landgericht sah das gestern anders. Wegen eines Killerauftrages gegen ihren Ehemann wurde die 61-jährige Renate J. zu acht Jahren Haft verurteilt. Ein 30-jähriger Türke, dem sie nach Überzeugung der Richter für einen Lohn von 18 000 Euro den Mordauftrag erteilte, wurde zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der von diesem Angeklagten schließlich als Täter angeheuerte 18-jährige Bäckerlehrling erhielt eine Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten wegen Mordversuchs.

Der Jugendliche war am 6. Februar im Fahrradladen von Harry J. in der Moabiter Huttenstraße aufgetaucht. Mit einem Messer verletzte er den Geschäftsmann schwer. Vor Gericht sagte er, der Auftrag sei „leicht verdientes Geld“ gewesen. Er und sein Auftraggeber seien sich jedoch von Anfang an einig gewesen, dass der Mann „nur verletzt“ werden sollte.

Die ehemalige Bordellbetreiberin Renate J. bestritt alle Vorwürfe. Nach Auffassung der Richter erschien ihr der Mordauftrag als letze Lösung, um ihren „sehr bestimmenden Mann“ nach vierzig gemeinsamen Jahren loszuwerden. Zudem sei es ihr um zwei Konten mit insgesamt etwa 21 000 Euro gegangen, die ihr Mann hatte sperren lassen. K. G.

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