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Sport : Russland entscheidet Sechsmeterschießen um EM-Titel für sich

Russland – Spanien 5:4 nach Sechsmeterschießen (1:1, 0:1) Tore: Acosta (11.), Egorov (30.)

Im Finale der ersten Europameisterschaft im Blindenfußball auf deutschem Boden trafen die Russen vor einem mit über 2000 Zuschauern ausverkauftem Haus auf Rekord-Europameister Spanien. Bereits in der Vorrunde kam es zu dieser Partie. Das Ergebnis lautete 0:0. Dass es dieses Mal anders kommen sollte, bahnte sich bereits in den ersten Minuten an. Durch Martin und Acosta kam Spanien zu mehreren guten Abschlüssen, von denen ein Versuch durch den starken Acosta schließlich auch den Weg ins Netz fand (11.). Russland schaffte es in der ersten Halbzeit nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor, sodass der 1:0-Halbzeitstand zugunsten der Spanier den Spielverlauf angemessen widerspiegelte.

Nachdem es im Spiel in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit an Torchancen mangelte, fasste sich Denis Egorov in der 30. Minute ein Herz, setzte zum Solo an und verwandelte aus spitzem Winkel per Beinschuss zum 1:1. In der Folge gelang es Russland, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Tormöglichkeiten resultierten daraus allerdings nicht. So musste der Europameister 2017 im Sechsmeterschießen ermittelt werden.

Den Anfang machte mit Antonio Martin der wohl beste Spieler dieser Partie. Er verwandelte aus sechs Metern souverän. Als nächstes trat Russlands Kapitän Loktionov und scheiterte an Gutierrez im spanischen Tor. Genau so erging es an El Haddaoui – auch sein Schuss wurde von Iakovlev pariert. Denis Egorov sorgte im Anschluss für den Ausgleich nach zwei Schützen pro Team. Der letzte Schütze der Spanier hieß Jose Luis Gera. Auch er entschied sich für die untere Ecke und verwandelte. Doch auch Ivanov versenkte für die Russen, sodass es zum Shootout zwischen beiden Nationen kam. Gonzales traf, Shalaev ebenso. Im nächsten Durchgang war Lopez für die Spanier an der Reihe. Er scheiterte am Keeper der Russen und mit Andrei Tikhonov war es einem der besten Spieler des Turniers vorbehalten, das Finale mit einem gezielten Schuss zu entscheiden.
Autor: Karl Felix Heinz

Spanien: Pedro Gutierrez, Javier Muñoz, Ivan Lopez, José Luis Giera, Youssef El Hadaoui, Sergio Rodríguez, Moises Gunzalez, Adolfo Acosta, Antonio Martin, Sergio Alamar, Trainer: Miguel
Ángel Becerra

Russland: Kirill Pechenin, Andrei Tikhonov, Alexey Loktinov, Denis Egorov, Evgenii Ivanov, Vasilii Nikolaev, Evgenii Shelaev, Sergey Manzhos, Nikita Egorov, Anton Iakovlev, Trainer: Aleksandr Erastov, Aleksandr Makhov

ENGLAND JUBELT ÜBER SIEG IM KLEINEN EM-FINALE

England – Frankreich 2:0
Tore: Turnham (14.) Seal (36.)

Im kleinen Finale stand mit den Engländern ein Team, das viele vor der EM für das Finale um den Titel auf dem Zettel hatten. Mehr als unglücklich scheiterte das Team von Trainer Jon Pugh allerdings im Halbfinale gegen Spanien. Nach 2:1 Führung erzielten die Spieler von der Insel Sekunden vor Schluss ein Eigentor und mussten so ins Entscheidungsschießen, welches sie verloren. In der 13. Spielminute ein Schuss von Labarre aus dem Nichts. Der englische Schlussmann konnte den Ball aus der linken unteren Ecke des Tores fischen. Die Antwort der Engländer auf kam im direkten Anschluss. In der 14. Spielminute erzielte Turnham aus zentraler Postion das 1:0 für seine Fünf. Bis in weite Teile der zweiten Halbzeit plätscherte die Partie vor sich hin. Frankreich konnte in der Offensive für wenig Druck sorgen und so machte Keryn Seal nach schönem Sololauf den Sack zu (36.). Danach passierte nichts mehr, sodass die Engländer sich den Platz auf dem Treppchen sichern konnten.

England: Dylan Malpas, Keryn Seal, Robin Williams, Roy Turnham, Nathan Edge, Owen Cambridge, Dan English, Brandon Colemar, Darren Harris, Dan James, Trainer/Guide: Jonathan Pugh, Adam Bendall

Frankreich: Julien Royer, Valentin Le Bomin, Yvan Wouandji, David Labarre, Fabrice Morgado, Martin Baron, Gael Riviere, Hakim Arezki, Reromz Penisson, Trainer: Samir Gassama

RUSSLAND NACH STRAFSTOßSCHIESSEN IM EM-FINALE

Russland – Frankreich 6:5 (2:2)
Tore: Loktionov (19.) Morgado (20.) Arezki (21.) Egorov (38.)

Die erste Besonderheit in diesem zweiten Halbfinale war der Umstand, dass auf dem Konto der Franzosen bereits nach sieben Minuten fünf Teamfouls auf der Habenseite standen. Dennoch dauerte es bis zu 19. Spielminute, bis die Russen auf Grund des 6. Teamfouls den Strafstoß aus 8 Metern erhielten. Loktionov gegen Royer hieß das Duell, welches erstgenannter für sich entscheiden konnte und so stand es 1:0 für die Russen. In der 20. Spielminute setze sich Morgado sehr gut gegen mehrere Gegenspieler durch und schloss sein Dribbling mit dem Treffer zum 1:1 ab. Keine gute Figur gab der russische Schlussmann Iakovlev gleich nach Wiederanpfiff ab. Den haltbaren Schuss von Arezki lenkte er an die untere Torlatte und von dort pralle der Ball ins Tor.

In der 33. Minute dann ein Strafstoß aus acht Metern für Russland, diesen konnte Loktionov jedoch nicht im gegnerischen Tor unterbringen. In der 37. Spielminute hatten die Russen abermals die Chance zum Ausgleich, auch Egorov scheiterte vom Punkt. Knapp eine Minute später hatte Egorov erneut vom Punkt die Gelegenheit, die er sich diesmal nicht entgehen ließ und seinem Team das Tor zum Finale wieder ein Stück weit öffnete. Die Franzosen verloren zunehmend den Faden, die Folge der 4 Strafstoß aus 8 Metern. Wieder versucht sich Egorov. Diesmal hält Royer im französischen Tor die Chance auf das Finale fest.

Russland: Kirill Pechenin, Andrei Tikhonov, Alexey Loktinov, Denis Egorov, Evgenii Ivanov, Vasilii Nikolaev, Evgenii Shelaev, Sergey Manzhos, Nikita Egorov, Anton Iakovlev, Trainer: Aleksandr Erastov, Aleksandr Makhov

Frankreich: Julien Royer, Valentin Le Bomin, Yvan Wouandji, David Labarre, Fabrice Morgado, Martin Baron, Gael Riviere, Hakim Arezki, Reromz Penisson, Trainer: Samir Gassama

SPANIER NACH KURIOSEM SPIELVERLAUF IM FINALE

England – Spanien 3:4 n.E. (2:2, 2:0)
Tore: Turnham (1.) Seal (23.) Acosta (34.), English ET (40.)

Wie in ihrem gestrigen letzten Gruppenspiel gegen das deutsche Team erwischte die englische Mannschaft wieder einen Start nach Maß im ersten Halbfinale der Blindenfußball Europameisterschaft 2017.Das Team von Trainer Jon Pugh konnte bereits in der ersten Minute durch Roy Turnham in Führung gehen. Nach dem frühen 5. Teamfoul der Engländer hofften die Spanier auf den Strafstoß aus 8 Metern. Dazu kam es jedoch nicht mehr, die Schiedsrichter der Partie Francois und Kimyon pfiffen nach 20 Minuten zum 1:0 Halbzeitstand. Der zweite Abschnitt der Partie war keine drei Minuten alt, als Keryn Seal sein bisher schönstes EM Tor erzielte. Als sich die Engländer in Sicherheit wiegten, wurden die Spanier immer stärker. Die Folge war der 2:1 Anschlusstreffer durch Acosta für die Spanier, welcher auch gleichzeitig den ersten Gegentreffer für England im gesamten Turnier markierte. Alles schien gelaufen für die Spanier, nur noch 20 Sekunden waren zu spielen und die Englänger im Ballbesitz. Ohne Not läuft Englands Kapitän Daniel English auf sein eigenes Tor zu und schiebt die Kugel unhaltbar für seinen Schlussmann in rechte untere Eck ein. Im nun notwendigen Entscheidungsschießen vom Punkt hatten die Spanier die besseren Nerven und sicherten sich den Finaleinzug.

England: Dylan Malpas, Keryn Seal, Robin Williams, Roy Turnham, Nathan Edge, Owen Cambridge, Dan English, Brandon Colemar, Darren Harris, Dan James, Trainer/Guide: Jonathan Pugh, Adam Bendall

Spanien: Pedro Gutierrez, Javier Muñoz, Ivan Lopez, José Luis Giera, Youssef El Hadaoui, Sergio Rodríguez, Moises Gunzalez, Adolfo Acosta, Antonio Martin, Sergio Alamar, Trainer: Miguel Ángel Becerra

DEUTSCHLAND VERPASST SPRUNG INS HALBFINALE TROTZ GUTER PARTIE

England – Deutschland 3:0 (1:0)
Tore: Coleman (2.), English (34.), Williams (38.)

Die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft hat bei der Heim-EM die Qualifikation für das Halbfinale verpasst. Im letzten und entscheidenden Gruppenspiel gegen England musste man sich trotz couragierter Leistung mit 0:3 geschlagen geben.

Gegen die englische Auswahl fand die deutsche Nationalmannschaft gut ins Spiel und bot dem Favoriten von Beginn an die Stirn. Nach einem Freistoß aus acht Metern konnte Brandon Coleman trotzdem die Führung für seine Farben markieren (3.). Die deutsche Mannschaft ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und konnte ihrerseits für gute Torgelegenheiten sorgen. Die beste hatte Jonathan Tönsing. Er scheiterte allerdings am Pfosten, sodass es mit einem 1:0-Rückstand in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel übernahm das Team von National-Coach Ulrich Pfisterer die Kontrolle über das Spiel und sowohl Taime Kuttig als auch Ali Pektas konnten mit ihren Dribblings für Gefahr vor dem Tor von Dylan Malpas sorgen. Der Keeper der Engländer war an diesem Tag allerdings glänzend aufgelegt und hielt mehrmals mit fantastischen Paraden die Null fest.

Nach 34 Minuten dann der Dämpfer für die meisten der knapp 2000 Zuschauer im Stadion am Anhalter Bahnhof: Erneut nach einem Freistoß aus circa acht Metern, war es diesmal Daniel English, der zum 2:0 für England traf. Daraufhin warf Deutschland alles nach vorn und kassierte noch den Treffer zum 0:3 durch Robin William (38.). Insgesamt fiel das Ergebnis damit deutlich zu hoch aus. Gegen einen der Turnierfavoriten agierte die Truppe um Kapitän Alexander Fangmann über weite Strecken auf Augenhöhe.

Die deutsche Auswahl muss jetzt auf einen Sieg der Spanier im letzten Spiel der Gruppe B hoffen. Da Spanien als Gastgeber der kommenden Blindenfußball Weltmeisterschaft gesetzt ist, würde bei einem Weiterkommen der Spanier ins Halbfinale auch der fünfte Platz für die Qualifikation zur WM genügen. Gegebenenfalls ginge es für die Deutschen dann am Freitag im Spiel um Platz fünf gegen die Türkei.
Autor: Karl Felix Heinz

DEUTSCHES NATIONALTEAM GEWINNT ZWEITES SPIEL

Deutschland – Rumänien 4:1
Tore: Pektas (16., 20., 24.) Tönsing (17.)

Nach der unglücklichen Niederlage gegen Frankreich am Vortag stand das deutsche Team von Ulrich Pfisterer gehörig unter Druck. Einzig ein Sieg konnte das Ziel sein. Es dauerte bis zur 16. Spielminute als Ali Can Pektas sein Team und die 571 Zuschauer im Stadion am Anhater Bahnhof endlich erlöste und zum 1:0 einschießen konnte. Jetzt schien der Bann gebrochen und gleich in Folge erzielte Tönsing nach Freistoß das 2:0. (17.) Schön über die linke Seite durchgesetzt hatte Pektas freie Bahn und konnte ungehindert zum 3:0 einnetzen. (20.) Erstmals Jubel in der zweiten Halbzeit ertönte in der 24. Minute, als Pektas sein Team mit 4:0 in Front bringen konnte. Direkt vom Anstoßpunkt weg verkürzte der Rumäne Calota auf 4:1 (25.) In der Folge konnte sich keine der beiden Mannschaften noch nennenswerte Möglichkeiten erarbeiten und so blieb es nach 40 Spielminuten beim 4:1


Deutschland: Sebastian Themel, Jonathan Toensing, Taime Kuttig, Ali Can Pektas, Alexander Fangmann, Lukas Smirek, Rasmus Narjes, Mulgheta Russom, Hasan Koparan, Sebastian Schleich, Trainer / Guides: Pfisterer, Ulrich; Nordlohne, Werner

Rumänien: Alexandru Cucu, Ionut Anton, Florin Kovacs, Tiberiu Paun, Marius Corolea, Cosmin Calota, Adriani Botez, Trainer/Guides: Sorin Lapadatu, Vlad Tofan

Berlin ist Gastgeber der Blindenfußball Europameisterschaft

DAS SOMMERMÄRCHEN KANN STARTEN

Eine eigens für das Event im Herzen Berlins errichtete Arena, gefüllt mit 2.100 gespannten Fußballfans bei bester Stimmung, traumhaftes Sommerwetter, die deutsche Nationalhymne erklingt und die heimische Nationalmannschaft steht in Topform für ihrem ersten Auftritt gegen das Nationalteam aus Italien bereit. Gibt es eine bessere Ausgangslage für einen Hauch von Sommermärchen 2006? Nicht wirklich und genau deshalb dürften sich alle fußballbegeisterten Berlinerinnen und Berliner am Abend des 18. August dieses Jahres auf die Eröffnung der Blindenfußball Europameisterschaft auf dem Sportareal am Anhalter Bahnhof freuen.


Von Freitag (18. August 2017) bis Samstag (26. August 2017) ermitteln die besten Teams Europas in der deutschen Hauptstadt den Europameister. Neben Gastgeber Deutschland spielen der aktuelle Titelverteidiger Türkei, Italien, Spanien, Frankreich, England, Belgien, Rumänien, Russland und Georgien in Berlin auf. Bevor am Donnerstag (24. August 2017) die Halbfinalspiele stattfinden, können die Zuschauer an jedem Tag 4 Vorrundenspiele der zwei mit jeweils 5 Mannschaften besetzten Gruppen erleben. Den detaillierten Spielplan mit den einzelnen Paarungen und jeweiligen Anstoßzeiten lesen sie hier.

Ist im Fußball und so auch im Blindenfußball der Jubel der Zuschauer und Fans nicht wegzudenken – insbesondere nach einem Torerfolg – so hat der Blindenfußball dennoch etwas Besonderes und seine ganz eigenen Gesetze. Dass die Kicker das Objekt der Begierde bei dieser Europameisterschaft nicht sehen können und es außerdem noch rasselt ist kein Nachteil, sondern macht das sportliche Großereignis der deutschen Hauptstadt in diesem Sommer erst zu etwas ganz Besonderem. Bei einer Mannschaftsstärke von vier Feldspielern und einem Torhüter ist letzterer der Einzige, der sehen kann. Die Kicker auf dem Feld verständigen sich über Rufe untereinander und werden von Trainern und Guides am Spielfeldrand unterstützt. Der Fußball ist deutlich kleiner als jener, als das gewöhnliche Spielgerät. Zudem ist das runde Leder schwerer und hat in seinem Inneren Rasseln, um von den Spielern gehört zu werden. Was sich durch diese Parameter unschwer erkennen lässt: Eine der wichtigsten Grundlagen für die Spieler, um hochklassigen Sport zu bieten, ist absolute Ruhe auf den Rängen, während der Ball rollt. Ist dieser im Tor kann und soll ausgiebig gejubelt werden.

Also, ein Sommer in Berlin ohne sportliches Großereignis? Die Organisatoren der Blindenfußball Europameisterschaft 2017 vom Behinderten- und Rehabilitations- Sportverband Berlin haben alles vorbereitet, was es für ein Sommermärchen braucht. Die deutsche Nationalmannschaft ist nach eigenen Angaben in einer hervorragenden Form und brennt auf die Heim-Europameisterschaft, die gleichzeitig die erste ihrer Art in Deutschland ist. Derzeit sind noch Tickets für die Eröffnungsfeier (Freitag, 18.08.2017, 18:15 Uhr) mit anschließendem Fußballklassiger Deutschland-Italien zu bekommen. Die Eintrittskarten sowie weitere Infos zur IBSA Blindenfußball Europameisterschaft 2017 in Berlin gibt es unter www.euro2017.berlin oder hier auf unserer Seite.