Ägypten-Ausleihe : Experten sollen Nofretetes Reisefähigkeit prüfen

Damit die Ägypter die Büste ihrer berühmten Königin einmal direkt bestaunen können, setzt sich eine Initiative für deren Ausleihe in ihr Herkunftsland ein. Eine Expertenkommission soll prüfen, ob ein Transport verantwortbar wäre.

Nofretete
3300 Jahre alt: Die Nofretete-Büste reagiert höchst empfindlich auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. -Foto: ddp

BerlinDie Befürworter einer Ausleihe der Nofretete-Büste an ihr Herkunftsland Ägypten haben eine Expertenkommission gefordert, die Möglichkeiten für einen Transport des Schatzes prüfen soll. Bedenken des Bundestags sowie von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Berliner Museen gegen den Transport seien nicht überzeugend, erklärte die Kampagne "Nofretete geht auf Reisen". Experten sollten prüfen, ob das Risiko kalkulierbar und vertretbar ist.

Behauptungen, dass Deutschland legitime Besitztitel für die Büste habe, seien unhaltbar. Es gebe Zweifel, ob die Teilung der Grabfunde unter der ägyptischen Kolonialverwaltung den üblichen Regelungen entsprochen habe. Mit Ägypten sollte ein Dialog geführt werden, der auch das Interesse und die Rechte der Ägypter an der Nofretete-Büste würdigt, erklärte die Kampagne.

Konservatorenverband warnt vor irreparablen Schäden

Ägypten möchte die Kalksteinbüste bei der Eröffnung des Echnaton-Museums in der oberägyptischen Stadt Minia 2010 ausstellen. Das 3300 Jahre alte Kunstwerk wurde 1912 bei einer Grabung der Deutschen Orient-Gesellschaft zwischen Luxor und Kairo in einer ehemaligen Bildhauerwerkstatt gefunden.

Die Spitze der Berliner Museen aber auch der Konservatorenverband hatten vor irreparablen Schäden für den Fall eines Transports der Büste gewarnt. Das Klima auf der Reise und am Ausstellungsort seien das größte Problem. Der Kalkstein-Kern sowie die Grundierung aus Gips und die darauf aufgetragenen Farben würden auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen unterschiedlich reagieren. (mit dpa)