Afghanistan : 25 Zivilisten bei Luftangriff getötet

Bei einem Luftangriff der Nato-geführten Schutztruppe Isaf im Süden Afghanistans sind 25 Zivilisten getötet worden. Bei mehreren Anschlägen im Süden und Osten des Landes kamen afghanischen Behörden zufolge sieben Polizisten ums Leben.

KandaharBei einem Nato-Luftangriff im Süden Afghanistans sind 25 Zivilisten, darunter Frauen und Kleinkinder, getötet worden. Bei einem Einsatz gegen Aufständische seien in der Nacht versehentlich zwei oder drei Wohnhäuser getroffen worden, sagte der Polizeichef der Unruheprovinz Helmand, Mohammed Hassan. Die Afghanistan-Schutztruppe Isaf machte zunächst keine näheren Angaben zu Opfern. Bei mehreren Anschlägen im Süden und Osten des Landes kamen afghanischen Behörden zufolge sieben Polizisten ums Leben. Afghanistans zweiter Vizepräsident Karim Chalili sagte mit Blick auf die Taliban, terroristische Angriffe seien im Vergleich zu 2005 seltener geworden.
  
Bei dem Luftangriff der Afghanistan-Schutztruppe Isaf seien in dem Dorf Kundschak, 15 Kilometer von der Provinzhauptstadt Laschkar Gah entfernt, versehentlich auch neun Frauen und drei Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren getötet worden, sagte Polizeichef Hassan. Außer den 25 Zivilisten wurden seinen Informationen zufolge rund 20 Kämpfer der radikalislamischen Taliban getötet. Ein Isaf-Sprecher sagte, dass es bei einem Kampf in Helmand Opfer gegeben habe. Darüber, wer die Opfer waren und wie viele starben, lagen demnach jedoch noch keine Angaben vor. Dem Einsatz sei ein Taliban-Angriff auf einen Nato-Konvoi vorausgegangen, sagte der Sprecher weiter.
  
"Wir haben Hoffnung für unsere Zukunft, weil der Versuch der Taliban, ihren Einfluss auszudehnen, bislang gescheitert ist",  sagte Vize-Staatschef Chalili am Rande der Konferenz zur Auflösung Illegaler Bewaffneter Gruppen (Diag) in Tokio. Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe die Zahl terroristischer Angriffe abgenommen. Die Taliban seien zudem schwer dadurch getroffen worden, dass ihr Militärchef für Südafghanistan, Mullah Dadullah, im Mai bei einer Offensive von afghanischer Armee und Nato-Soldaten getötet wurde.
  
Bei zwei Angriffen in der ostafghanischen Provinz Nangarhar, zu denen sich die Taliban bekannten, kamen nach Angaben der Provinzregierung vier afghanische Polizisten ums Leben. In Kandahar wurden nach Polizeiangaben bei einem Angriff mutmaßlicher Taliban-Kämpfer drei Polizisten getötet und fünf weitere verletzt.  

Bei einem Nato-Treffen hatten die Verteidigungsminister der 26 Bündnisstaaten vergangene Woche das Ziel formuliert, die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan zu verringern. Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer warf den Taliban-Kämpfern zugleich vor, die Zivilbevölkerung gezielt als "menschliche Schutzschilde" gegen die Nato-Truppen zu missbrauchen. Die Isaf könne daher zivile Opfer nicht völlig ausschließen. (mit AFP)