Afghanistan : Amnesty: Isaf-Truppe liefert Gefangene der Folter aus

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat den Umgang der Isaf-Schutztruppe mit Gefangenen kritisiert. Festgenommene würden an den afghanischen Geheimdienst überstellt, wo sie anschließend gefoltert würden.

Berlin Auch deutsche Einheiten hätten Gefangene den Afghanen überstellt, teilte die deutsche Sektion von Amnesty International (ai) mit. Das Bundesverteidigungsministerium verweigere gegenüber dem Bundestag genaue Angaben zur Zahl und zum Verbleib dieser Personen, betonte die deutsche ai-Generalsekretärin Barbara Lochbihler. Die Bundeswehr beteiligt sich mit derzeit 3150 Soldaten an der von der Nato geführten Schutztruppe Isaf. Amnesty fordert den vorübergehenden Stopp der Überstellungen von Gefangenen und den freien Zugang zu den Haftanstalten für unabhängige Beobachter.

Auch Grüne und FDP verlangen von der Bundesregierung mehr Aufklärung darüber, was mit den Gefangenen in Afghanistan geschieht. "Es kann nicht sein, dass die Bundesrepublik zur Helfershelferin von Folter wird", sagte Grünen-Chefin Claudia Roth der "Berliner Zeitung". FDP-Vizefraktionschefin Birgit Homburger beantragte einen Bericht der Bundesregierung im Verteidigungsausschuss. "Wir wollen, dass in Afghanistan ein Staat aufgebaut wird, in dem Menschenrechtsstandards eingehalten werden", sagte sie der Zeitung.

FDP-Vizefraktionschefin Birgit Homburger beantragte einen detaillierten Bericht der Bundesregierung im Verteidigungsausschuss. "Das sind schon herbe Vorwürfe, denen nachgegangen werden muss", sagte sie. "Wir wollen, dass in Afghanistan ein Staat aufgebaut wird, in dem Menschenrechtsstandards eingehalten werden." (mit dpa/ddp)