Afghanistan : Die Friedenskonferenz wird verlängert - Allierte und Taliban liefern sich heftige Kämpfe

Während in Kabul Hunderte von Stammesführern über den Frieden verhandeln, sind die Koalitionstruppen in "eine große" Schlacht mit den Taliban verwickelt.

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Delegierte während des großen Friedenstreffens in Kabul. -Foto: AFP

KabulÜberschattet von heftigen Gefechten im Süden des Landes haben in Kabul hunderte Stammesführer aus Afghanistan und Pakistan ihre Ratsversammlung fortgesetzt. Sie beraten, wie der grenzüberschreitenden Gewalt ein Ende gesetzt werden könnte. Ein Sprecher der so genannten Friedens-Dschirga sagte, die Beratungen seien um einen Tag bis Sonntag verlängert worden und sollten mit einer gemeinsamen Erklärung enden.

Bei Gefechten in der Provinz Helmand wurden nach Angaben der US-geführten Koalitionstruppen zahlreiche Taliban-Kämpfer getötet. Die Koalitionstruppen nannten die Kämpfe in Helmand eine "große Schlacht". Mindestens zehn radikalislamische Aufständische seien getötet worden. Viele weitere wurden verwundet. Soldaten der afghanischen Armee oder der Koalition seien nicht zu Schaden gekommen. Die Koalitionstruppen bestätigten, dass Luftangriffe auf die Rebellen erst zwölf Stunden nach Beginn der Gefechte geflogen wurden, um Zivilisten in der Gegend Zeit zu geben, aus dem Kampfgebiet zu fliehen.

Die Ratsversammlung ruft zum Kampf gegen den Terrorismus auf

Die Internationale Schutztruppe Isaf gab unterdessen bekannt, dass bei einer Patrouille in Südafghanistan am Freitag ein ausländischer Soldat getötet und ein weiterer verletzt wurden. Zur Nationalität der Opfer und zu weiteren Einzelheiten machte die Nato-geführte Schutztruppe wie üblich keine Angaben. In Südafghanistan sind vor allem Briten, Kanadier, Amerikaner und Niederländer stationiert.

Die Ratsversammlung in Kabul, zu deren Boykott die Taliban aufgerufen haben, hatte am Donnerstag mit einem Aufruf zum gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus begonnen. Weitreichende Ergebnisse wurden von dem Treffen der etwa 650 Stammesführer, Politiker und Religionsgelehrten, das das erste dieser Art ist, allerdings nicht erwartet. (mit dpa)