Afghanistan : Ehemaliger König Sahir Schah ist tot

Der frühere afghanische König Sahir Schah ist im Alter von 92 Jahren in Kabul gestorben. Er war 1973 gestürzt worden und hatte bis zur Rückkehr in seine Heimat im Exil gelebt. Schah galt als ein Symbol der nationalen Einheit des Landes.

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Mohammed Zahir Shah im Jahr 2001. -Foto: AFP

KabulDer frühere afghanische König Mohammed Sahir Schah ist im Alter von 92 Jahren in seinem Palast in Kabul gestorben. Er war nach 40-jähriger Herrschaft 1973 gestürzt worden und hatte bis zur Rückkehr in seine Heimat fast drei Jahrzehnte im Exil in Rom verbracht. Der afghanische Präsident Hamid Karsai würdigte den Ex-Monarchen als "Symbol der nationalen Einheit Afghanistans".

"Mit großer Trauer will ich meine Mitbürger darüber informieren, dass Seine Exzellenz Mohammed Sahir Schah, Vater der afghanischen Nation, an diesem Morgen um 05.45 Uhr gestorben ist", sagte Karsai am Montag. Der Präsident ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

Sahir Schah war 1933 im Alter von 19 Jahren an die Macht gekommen, nachdem sein Vater einem Attentat zum Opfer gefallen war. Er umgab sich mit ausländischen Fachleuten, förderte die kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Europa und gründete die erste moderne Universität des Landes. Während seiner Herrschaft gab es schulische Bildung für Mädchen, Wahlrecht für Frauen und eine freie Presse. Er wurde 1973 von seinem Vetter Mohammed Daud gestürzt, der sich der Modernisierung und der Öffnung des Landes widersetzte.

Nach dem Sturz des Taliban-Regimes war Sahir Schah im April 2002 zurückgekehrt. Von der Großen Ratsversammlung (Loja Dschirga) wurde ihm der Titel "Vater der Nation" verliehen. In der Politik spielte der Ex-König in den vergangenen Jahren keine Rolle mehr. (mit dpa)