Afghanistan : Karsai: "Haben langen Weg vor uns"

US-Präsident Bush und sein afghanischer Amtskollege Karsai haben im Kampf gegen den Terror und die Taliban Geschlossenheit betont. Die Lage in Afghanistan werde sich aber erst langfristig ändern, so Karsai.

Ein Sieg über die Taliban und die Terroristen in Afghanistan wird nach Ansicht von US-Präsident George W. Bush und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai noch lange Zeit brauchen. "Wir haben Fortschritte erzielt ... aber es gibt noch viel zu tun", sagte Bush nach einem zweitägigen Treffen mit Karsai in Camp David. "Unser Feind ist noch immer da, geschlagen und frustriert, aber in den Bergen versteckt", sagte Karsai. "Wir haben noch einen langen Weg vor uns."

Bei eine Treffen zwischen Karsai und dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf am Donnerstag in Kabul werde es auch um den gemeinsamen Kampf gegen die in den Bergen des Grenzgebiets versteckten Terroristen gehen, sagte Karsai. Bush zeigte sich überzeugt, dass es letztendlich gelingen werde, auch die Al Qaida- und Taliban-Gruppen in den Stammesgebieten Pakistans aufzustöbern und zu besiegen. Bush beschuldigte die Taliban in Afghanistan, "brutale, kaltblütige Mörder zu sein", die unschuldige Zivilisten entführten und die eigenen Kinder und Frauen als Schutzschild benutzten. Zivile Opfer bei amerikanischen Militäraktionen seien "höchst bedauerlich"; Verantwortlich dafür seien aber vor allem die Terroristen, die keinen Respekt vor Menschenleben hätten.

Iran als stabilisierender Faktor?

Skeptisch äußerte sich Bush über die Chancen, Iran als stabilisierenden Faktor im Nahen Osten mit einzubeziehen. Karsai hatte am Vortag in einem Interview des Fernsehsenders CNN erklärt, Teheran spiele eine hilfreiche Rolle für Afghanistan. Die USA werden nach den Worten Bushs wegen der nuklearen Aufrüstung Irans auch weiterhin Teheran international zu isolieren suchen. Iran müsse noch beweisen, dass es ein stabilisierender Faktor in der Region sein könne, sagte Bush.

Die erfolgreiche Bekämpfung des Drogenanbaus sei von großer Bedeutung für die Zukunft Afghanistans, betonte Bush. Er und Karsai seien sich einig, dass es verstärkte Anstrengungen geben müsse, die afghanischen Mohnbauern mit Anreizen zum Anbau anderer Kulturen zu bewegen, damit sie auf den Drogenanbau verzichten könnten. (mit dpa)